Gesprächsabende zur Außen- und Sicherheitspolitik
Weltpolitik ist kompliziert. Meinungen sind einfach.
Wir finden: Einordnung gehört zwischen die Gläser.
Diskutieren statt scrollen, fragen statt festlegen, zuhören statt blocken.
Mit Expertise am Tisch – und euch mittendrin.
Warum gerade jetzt?
Europa steckt in einer Phase großer politischer Unsicherheit. Vieles, was lange als gesetzt galt, wirkt im Jahr 2026 brüchig: Bündnisse, Regeln und die internationale Verlässlichkeit. Die USA sind unter Donald Trump kein stabiler Fixpunkt mehr, internationale Institutionen verlieren an Bindekraft, und Konflikte bleiben nicht dort, wo sie begonnen haben. Gleichzeitig schieben sich immer mehr Themen übereinander: Krieg, Desinformation und gesellschaftliche Spannungen. Kaum hat man eine Nachricht erfasst, folgt schon die nächste. Gespräche werden immer kürzer und Meinungen immer schneller.
„Weltpolitik ungefiltert” möchte einen Gesprächsraum für weltpolitische Themen in Sachsen schaffen, in dem wir die Entwicklungen in der Welt kurz verlangsamen können, um sie gemeinsam mit Expertinnen und Experten und allen Interessierten zu sortieren und mit etwas mehr Klarheit wieder auseinanderzugehen.
Es geht nicht darum, alles zu wissen oder bereits eine feste Meinung zu haben. Es geht darum, Fragen stellen zu können: Was bedeutet das gerade?
Warum passiert das jetzt?
Und was hat das mit uns in Sachsen zu tun?
Der nächste Termin der Reihe ist der 20. August 2026!
Wir freuen uns auf euch!
Kommende Termine
Rückblicke
20.08.2026: „Weltpolitik ungefiltert“ #4
Thema des Abends: Handel als Waffe?
Am vierten Abend der Reihe „Weltpolitik ungefiltert“ wurde die Frage behandelt, wie offene Märkte, wirtschaftliche Abhängigkeiten und geopolitische Interessen zusammengebracht werden können. Im Fokus standen Lieferketten, kritische Rohstoffe, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Frage, wie Europa strategisch in einer sich verändernden Weltwirtschaft auftreten sollte.
Die Einstiegsdiskussion mit Anna Cavazzini und Dr. Sebastian Liebold behandelte hauptsächlich De-Risking, die europäische Handlungsfähigkeit und die Verwundbarkeit des Wirtschaftsstandorts Sachsen; in den Tischgesprächen rückten jedoch die konkreten Zielkonflikte stärker in den Vordergrund: Wie viel Regulierung braucht wirtschaftliche Resilienz? Was ist der Preis für mehr Unabhängigkeit? Wer übernimmt die Mehrkosten, wenn wir Produktion und Beschaffung stärker nach Europa verlagern?
Die zentrale Erkenntnis war, dass Europa weder komplett abschotten noch einseitige Abhängigkeiten ignorieren kann. Insbesondere für Sachsen, dessen Wirtschaft stark von mittelständischen Unternehmen und internationalen Verflechtungen geprägt ist, ist es offensichtlich, wie sehr globale Handelskonflikte, Investitionsunsicherheit und der Wettbewerb um neue Technologien direkt vor Ort spürbar sind.
Ein detaillierter Bericht über den vierten Abend der Reihe findet sich in unserem Blog.
Die Einstiegsdiskussion zwischen Anna Cavazzini und Dr. Sebastian Liebold wurde aufgezeichnet und kann hier nachgehört werden:
24.06.2026: „Weltpolitik ungefiltert“ #3
Thema der Veranstaltung: Abhängig, verletzlich, erneuerbar? – Energie als Macht-, Sicherheits- und Gesellschaftsthema
Am dritten Abend von „Weltpolitik ungefiltert“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich unser Verständnis von Energiesicherheit verändert hat. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist es offensichtlich, dass die Energieversorgung über Preise, Technik und Klimapolitik hinausgeht. Lieferwege, kritische Infrastruktur, Rohstoffe und internationale Abhängigkeiten stehen in direktem Zusammenhang mit der Außen- und Sicherheitspolitik.
Tim Bosch von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Hauptmann Martin Stenner von der Bundeswehr betrachteten diese verschiedenen Ebenen in der Einstiegsdiskussion: Wie anfällig sind die Energieversorgung, die Netze und die Lieferwege? Hat Europa nach dem Rückgang der russischen Gasimporte tatsächlich mehr Unabhängigkeit erlangt – oder sind neue Abhängigkeiten von Rohstoffen, Technologien und anderen Lieferländern entstanden? Bedeutet „erneuerbar“ automatisch, dass es mehr Sicherheit gibt?
In den folgenden Tischgesprächen wurde die gesellschaftliche Dimension besonders betont. Es wurde debattiert über das Gleichgewicht zwischen mehr Unabhängigkeit und einer verlässlichen Versorgung, über Energiepreise und Verteilungsfragen sowie darüber, weshalb Entscheidungen in der Energie- und Klimapolitik so schnell zu gesellschaftlichen Konfliktthemen werden.
Es wurde offensichtlich: Die Sicherheit der Energieversorgung ist mehr als nur eine technische oder geopolitische Herausforderung. Die Aspekte Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Klimaschutz, Bezahlbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz sind eng miteinander verknüpft.
Leider haben wir aufgrund technischer Probleme die Aufzeichnung der Einstiegsdiskussion nicht sichern können. Im Gegensatz zu den ersten beiden Abenden gibt es deshalb leider keine Audioaufzeichnung.
06.05.2026: „Weltpolitik ungefiltert“ #2
Thema des Abends: Bluffs, Deals, Druck – und Europa am Katzentisch?
Der zweite Abend der Reihe „Weltpolitik ungefiltert“ widmete sich der Frage, wie sich politische Machtstile und internationale Konflikte derzeit verändern. Im Mittelpunkt standen disruptive Politik, strategische Verunsicherung und die Frage, wie Europa auf neue Formen geopolitischer Machtausübung reagieren kann.
Während die Einstiegsdiskussion vor allem die psychologischen und strategischen Dimensionen aktueller Weltpolitik beleuchtete, rückten in den Tischgesprächen europäische Handlungsfähigkeit, politische Entschlossenheit und Fragen gemeinsamer Sicherheit in den Fokus. Diskutiert wurden unter anderem Europas Verhältnis zu den USA, die Rolle strategischer Kommunikation sowie die Grenzen und Möglichkeiten europäischer Zusammenarbeit.
Im Zentrum stand dabei die Erfahrung, dass internationale Politik zunehmend über Aufmerksamkeit, Unsicherheit und bewusste Regelbrüche funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr Europa zwischen Reaktionsdruck und dem Anspruch auf eigene Handlungsfähigkeit steht.
In unserem Blog gibt es wieder einen längeren Bericht zum zweiten Abend der Reihe.
Die Aufzeichnung der Einstiegsdiskussion zwischen Sofie Lilli Stoffel und Thomas Kleine-Brockhoff kann hier nachgehört werden:
17.03.2026: „Weltpolitik ungefiltert“ #1
Thema des Abends: Welt im Wandel – und wir mittendrin
Die internationale Ordnung befindet sich im Umbruch und mit ihr vertraute politische Gewissheiten. Der Auftaktabend widmete sich dieser Übergangsphase und fragte, welche Rolle Europa in einer zunehmend fragmentierten Welt einnehmen kann.
Während die Einstiegsdiskussion vor allem globale Verschiebungen und das Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Realität europäischer Politik beleuchtete, rückten in den Tischgesprächen gesellschaftliche Perspektiven in den Fokus. Fragen von Sicherheit, Resilienz und politischer Teilhabe wurden ebenso diskutiert wie die umstrittene, aber vielfach als notwendig erachtete Wehrpflicht.
Im Zentrum stand die Erfahrung wachsender Unsicherheit, verstärkt durch die unklare Rolle der USA und neue Formen hybrider Bedrohungen. Der Abend zeigte auch, wie sehr globale Entwicklungen längst unseren Alltag prägen.
In unserem Blog gibt es einen umfangreicheren Bericht zum ersten Abend der Reihe.
Die Aufzeichnung der Einstiegsdiskussion zwischen Dr. Linn Selle und Prof. Dr. Kai Oppermann kann hier nachgehört werden:






















