"Raus aus der Schublade!"

Ob in der Familie, in der Schule, im beruflichen Alltag oder generell in unserer Gesellschaft - miteinander zu reden fällt leicht, wenn wir einer Meinung sind. Treffen jedoch verschiedene Einstellungen, Haltungen oder Traditionen aufeinander, scheitern viele Gespräche. Inhaltliche Diskussionen werden schnell abgebrochen oder arten in Streit aus, eskalieren manchmal sogar.

Unsere Demokratie braucht jedoch eine gute Diskussionskultur. „Demokratie ist die einzige politische Grundordnung, die gelernt werden muss – immer wieder, tagtäglich und bis ins hohe Alter“. (Oskar Negt, Soziologe und Philosoph)

Wir laden daher ein – zu „Kopfstand“ statt Aufstand, zu einem Perspektivenwechsel, der vieles auf den Kopf stellt und von einer anderen Seite betrachtet; zu einem: „Raus aus der Schublade!“ Heraus aus Schubladen, in die wir von anderen gesteckt werden und auch heraus aus denen, in die wir oft genug andere hineinstecken. Zum Beispiel, wenn es gegensätzliche Positionen zu einem Thema, bzw. einer getroffenen Entscheidung gibt. 

Entscheidungen auf dem Prüfstand – Dilemma-Diskussion in Sachsen

Täglich müssen wir unzählige Entscheidungen treffen. Manche dieser Entscheidungen sind sehr komplex, manche mit weit reichenden Konsequenzen: „Soll ich einer Freundin oder einem Freund in Not helfen, wenn ich dafür lügen muss?“ - „Soll jemand beim Erste Hilfe leisten das eigene Leben riskieren?“… Zu Handlungsoptionen bei solchen herausfordernden Fragen gibt es in Gesprächen häufig Kontroversen um die „richtige“ Entscheidung. 

Das Bildungsprojekt „Einladung zum Perspektivenwechsel“ nutzt unter anderem die Methode der Dilemma-Diskussion. Anhand ausgewählter Entscheidungssituationen (Dilemmata) findet ein gemeinsamer Austausch von Gründen und unterschiedlichsten Argumenten über die Frage statt, was moralisch „richtig“ ist. Das DDiS-Bildungsprojekt (Dilemma-Diskussion in Sachsen) zielt nicht auf die Herstellung von moralischer Übereinstimmung ab. Der strukturierte Dialog, das An- und Zuhören in Gesprächen mit schwierigen Themen tragen zu einem besseren Verständnis des Gegenübers bei und helfen, die Sichtweisen anderer zu respektieren. 

Interessierten Bürgerinnen und Bürgern werden unmittelbares Demokratieerleben und konkrete Handlungsoptionen zum selbstbestimmten Einüben, Orientieren und Nachvollziehen angeboten. Gerade weil das wichtigste Amt in der Demokratie das Amt eines jeden mündigen, engagierten und verantwortlich handelnden Staatsbürgers ist. 

Welche Veranstaltungsformate werden angeboten?

Workshop „Einladung zum Perspektivenwechsel“ für unterschiedliche Gruppen mit jeweils ausgewählter Dilemma-Geschichte (Dauer und Inhalte in Absprache mit der Projektleiterin). Als ausgesprochen gruppenorientierte Methode sollte eine Teilnehmerzahl von 12 Personen möglichst nicht unterschritten werden.

Workshops für Pädagogen, politische Bildner, unterschiedliche Multiplikatoren insbesondere zu den Inhalten:

  • Dilemma-Diskussion mit anschließendem Austausch über diese Methode und die Voraussetzungen ihrer Wirksamkeit
  • Ergänzende Einzelmodule (halb- oder ganztägige Veranstaltung), z.B.: Schreibwerkstatt für semireale Dilemma Geschichten, Didaktische Prinzipien und Methodenvergleiche

Was macht die Dilemma-Diskussion als Bildungsmaßnahme so wirksam?

  • Sie berücksichtigt moderne didaktische Prinzipien und wichtige Erkenntnisse der Lernforschung.
  • Sie ermöglicht "risikoloses Probehandeln" mit realitätsnahen edukativen Dilemma-Geschichten.
  • Sie bietet die eindrückliche Erfahrung eines gelingenden Gruppenprozesses mit vielfältigen Mitdenk- und Mitmachimpulsen.
  • Sie sensibilisiert für ethisch-moralische Fragen und stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden.
  • Sie hinterfragt eigene Denkmuster und gewohnheitsmäßige Handlungsstrategien.
  • Sie trainiert den wertschätzenden Umgang mit Andersdenkenden und fremden Sichtweisen.
  • Sie erweitert den Wahrnehmungshorizont durch überraschende Perspektivenwechsel.
  • Sie stärkt die moralische Urteils- und Diskursfähigkeit der Teilnehmenden.

Kontakt für Ihre Anfrage

Sieglinde Eichert
DDiS-Projektleiterin