Unter politischem Extremismus werden Bemühungen verstanden, das Grundgesetz als Verfassung der Bundesrepublik zu überwinden und durch eine andere Staatsordnung, mitunter auch unter Anwendung von Gewalt, zu ersetzen. Menschen mit extremistischem Gedankengut lehnen die Kernelemente der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ab: die Menschenwürde, das Demokratieprinzip und die Rechtsstaatlichkeit.

Die Angebote der SLpB zum Thema richten sich allen voran an Bürgerinnen und Bürger in Sachsen, damit auch zur Professionalisierung von Lehrkräften. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Politischer Extremismus.

Es ist politisch umstritten, was als extremistisch gilt. Außerdem verlaufen die Grenzen oft fließend. In der Praxis sind Pädagoginnen oder Pädagogen mit menschenfeindlichen Einstellungen und Äußerungen konfrontiert. Solche Einstellungen sind in weiten Teilen der Gesellschaft anzutreffen. Eine demokratische Positionierung und Diskussion darüber sind wichtig.

Als Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) wird die abwertende und ausgrenzende Einstellung gegenüber Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe bezeichnet. Eine in diesem Sinne menschenfeindliche Haltung kann sich auch in ausgrenzender oder sogar gewalttätiger Handlung zeigen oder Einfluss auf die Gestaltung von diskriminierenden Regeln und Prozessen in Institutionen und den Aufbau von diskriminierenden Strukturen haben.

Facetten der GMF: Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus, Abwertung von Menschen mit Behinderungen, Abwertung wohnungsloser Menschen, Abwertung von Sinti und Roma, Abwertung asylsuchender Menschen, Abwertung langzeitarbeitsloser Menschen, Sexismus, Abwertung homosexueller oder transsexueller Menschen, Etabliertenvorrechte, Fremdenfeindlichkeit.

„Menschenfeindliche und nationalistische Einstellungen haben in der sächsischen Bevölkerung in einem erheblichen Ausmaß zugenommen.“ (Sachsen-Monitor 2023)

In der Leipziger Autoritarismus Studie wird seit 2002 untersucht, wie weit extrem rechte Einstellung in der Mitte der Gesellschaft verbreitet sind. Die Ergebnisse werden alle zwei Jahre veröffentlicht. 

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema

Weiterführende Angebote und Kontakte

Nachstehend finden sie weiterführende Angebote und Kontakte, die insbesondere für den schulischen Kontext von Interesse sind:

  • Die Referentinnen und Referenten für politische Bildung in den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung unterstützen und beraten Schulleitungen, Lehrkräfte und die Schulverwaltung bei der Ausgestaltung von politischer Bildung, Demokratiebildung, Radikalisierungsprävention und demokratischer Schulentwicklung. Zudem vermitteln sie Angebote außerschulischer Träger der politischen Bildung.

  • Das Demokratiezentrum Sachsen verfügt mit der Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) und dem landesweiten Beratungsnetzwerk über anerkannte Anlaufstellen im Themenbereich. 

  • „Prävention im Team“ (PiT) des Landespräventionsrats unterstützt Bildungseinrichtungen dabei, Präventionsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen.