In Planspielen werden die Teilnehmenden selbst zu politischen Akteurinnen und Akteuren. Sie vertreten Interessen, verhandeln Lösungen und erleben, wie demokratische Entscheidungen entstehen. Durch aktives Mitmachen werden politische Zusammenhänge verständlich und wichtige Kompetenzen für eine demokratische Gesellschaft gestärkt.
Sächsischer Landtag

Planspiel: Mittendrin im Landtag
Unter dem Titel „MdL – Mittendrin im Landtag“ können Schüler, Jugendliche, Erwachsene, Senioren einen Tag als Landtagsabgeordneter verbringen und Gesetze verabschieden.
Die Europäische Union
Wie funktioniert eigentlich die Europäische Union? Wie entstehen Entscheidungen auf europäischer Ebene? Und wie lassen sich komplexe europäische Themen für Schülerinnen und Schüler verständlich, kontrovers und lebensnah vermitteln?
Planspiele bieten die Möglichkeit, europäische Politik interaktiv erfahrbar zu machen. Durch das Einnehmen unterschiedlicher Rollen, das Verhandeln politischer Positionen und das Treffen gemeinsamer Entscheidungen setzen sich Schülerinnen und Schüler aktiv mit europäischen Themen und politischen Prozessen auseinander. Auf diese Weise werden Zusammenhänge greifbar, Perspektivwechsel ermöglicht und politische Entscheidungsprozesse verständlicher. Die Angebote eignen sich insbesondere für Europawochen, EU-Projekttage sowie einen handlungsorientierten Politikunterricht.
Unsere Planspielangebote können Sie auf zwei Arten für Ihren Unterricht nutzen:
1. Planspiele selbst im Unterricht durchführen
Hier können Sie die Planspiele „Zwischen Klick und Kontrolle“, „Europa im Ausnahmezustand“ sowie „Der Rat der Europäischen Union - Die Einführung einer EU-Armee mit europaweiter Wehrpflicht“ herunterladen und eigenständig im Unterricht oder an Ihrer Schule einsetzen. Alle Materialien stehen Ihnen zur freien Nutzung zur Verfügung.
Das Planspiel bietet den Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten Zugang zur Funktionsweise der Europäischen Union und ihrer politischen Entscheidungsprozesse. Im Zentrum steht die Simulation eines EU-Gesetzgebungsverfahrens im Europäischen Parlament, bei dem die Teilnehmenden aktiv in die Rolle politischer Entscheidungsträger schlüpfen.
Ausgangspunkt ist ein konkretes und lebensnahes Szenario: Die Europäische Kommission hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine stärkere Regulierung sozialer Medien in der Europäischen Union vorsieht. Im Fokus steht insbesondere die Frage, ob und in welchem Umfang die Nutzung sozialer Medien für unter 16-Jährige eingeschränkt oder reguliert werden soll. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven und Zielkonflikte sichtbar, etwa zwischen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, der Wahrung individueller Freiheitsrechte, der Verantwortung von Plattformbetreibern sowie der Rolle staatlicher Regulierung auf europäischer Ebene.
Die Schülerinnen und Schüler übernehmen im Planspiel die Rolle von Abgeordneten im Europäischen Parlament und arbeiten in fiktiven politischen Fraktionen, die unterschiedliche politische Grundhaltungen und Interessen repräsentieren. Auf Grundlage von Rollenprofilen entwickeln sie eigene Positionen zum Gesetzesentwurf und vertreten diese in verschiedenen Arbeitsphasen. Dazu gehören Fraktionssitzungen, in denen gemeinsame Standpunkte erarbeitet werden, Plenardebatten, in denen Argumente ausgetauscht und kritisch hinterfragt werden, sowie fraktionsübergreifende Arbeitsgruppen, in denen Kompromisslösungen ausgehandelt werden.
Im Verlauf des Planspiels erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Änderungsvorschläge zum Gesetzesentwurf, die anschließend im Plenum diskutiert und zur Abstimmung gestellt werden. Den Abschluss bildet eine demokratische Entscheidung über den finalen Gesetzestext. Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler den europäischen Gesetzgebungsprozess als komplexen Aushandlungsprozess, der von unterschiedlichen Interessen, Perspektiven und Kompromissen geprägt ist.
Neben der Vermittlung von Wissen über die Institutionen und Verfahren der Europäischen Union fördert das Planspiel zentrale Kompetenzen politischer Bildung. Dazu zählen insbesondere die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur Analyse politischer Konfliktlinien, zur argumentativen Vertretung eigener Positionen sowie zur kooperativen Entwicklung tragfähiger Kompromisse in politischen Entscheidungsprozessen.
Entwickelt wurde das Planspiel von Studierenden der TU Dresden im Rahmen des Seminars „Planspielkonzeption zur Europäischen Union“ an der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Politik unter Leitung von Stefanie Gerstenberger. Die SLpB und das EUROPE DIRECT Dresden waren beratend an Konzeption tätig.
Das Planspiel ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen auf europäischer Ebene, insbesondere im Kontext von Krisen- und Migrationspolitik. Im Mittelpunkt steht die Simulation einer Krisensitzung des Europäischen Rates, in der die Teilnehmenden als Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der EU-Mitgliedstaaten agieren.
Ausgangspunkt ist ein fiktives, aber realitätsnahes Szenario: Der Inselstaat Isla Nova wird innerhalb kurzer Zeit von mehreren schweren Naturkatastrophen getroffen - darunter ein Unterseebeben, ein Vulkanausbruch und daraus resultierende Tsunamiwellen. Große Teile der Insel werden zerstört und für unbewohnbar erklärt, sodass rund 610.000 Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Gleichzeitig sind auch mehrere EU-Mitgliedstaaten an der Atlantikküste von den Auswirkungen der Katastrophe betroffen.
Vor diesem Hintergrund steht die Europäische Union vor komplexen politischen Herausforderungen: Es gilt zu entscheiden, wie humanitäre Hilfe organisiert werden kann, in welchem Umfang Geflüchtete aufgenommen werden sollen und wie eine faire Verteilung innerhalb der EU aussehen könnte. Dabei treffen unterschiedliche nationale Interessen, wirtschaftliche Voraussetzungen und politische Grundhaltungen aufeinander.
Die Schülerinnen und Schüler übernehmen im Planspiel die Rollen verschiedener Akteurinnen und Akteure, insbesondere der Mitgliedstaaten im Europäischen Rat, aber auch von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Medienvertreterinnen und -vertreter. Während die Staaten ihre nationalen Interessen vertreten und gemeinsam politische Leitlinien erarbeiten, bringen NGOs zusätzliche Perspektiven ein und die Presse begleitet den Prozess journalistisch.
In einem Wechsel aus Plenarsitzungen und freien Verhandlungsphasen entwickeln die Teilnehmenden eigene Positionen, bilden Koalitionen und erarbeiten konkrete Handlungsempfehlungen im Umgang mit der Krise. Diese werden abschließend vorgestellt und im Konsensprinzip des Europäischen Rates abgestimmt. Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler politische Entscheidungsprozesse als komplexe Aushandlungsprozesse, die von unterschiedlichen Interessen, Machtverhältnissen und Kompromissen geprägt sind.
Das Planspiel fördert neben dem Verständnis für die Funktionsweise der Europäischen Union insbesondere zentrale Kompetenzen politischer Bildung. Dazu zählen die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zur Analyse politischer Konfliktlagen, zur argumentativen Vertretung von Positionen sowie zur kooperativen Entwicklung gemeinsamer Lösungen in Krisensituationen.
Entwickelt wurde das Planspiel von Studierenden der TU Dresden im Rahmen des Seminars „Planspielkonzeption zur Europäischen Union“ an der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Politik unter Leitung von Stefanie Gerstenberger. Die SLpB und das EUROPE DIRECT Dresden waren beratend an Konzeption tätig.
In diesem Planspiel schlüpfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Rollen von Außen- und Verteidigungsminister der EU-Mitgliedstaaten und verhandeln im Rat der EU über die Einführung einer EU-Armee mit europaweiter Wehrpflicht. Dabei lernen sie die Arbeitsweise europäischer Entscheidungsprozesse sowie unterschiedliche politische Perspektiven und Interessen kennen.
Das Planspiel vermittelt europäische Politik interaktiv und handlungsorientiert: Die Teilnehmer diskutieren, verhandeln, treffen Entscheidungen und erleben dabei die Herausforderungen europäischer Kompromissfindung. Ergänzend können Rollen in der Sitzungsleitung oder als Pressevertreter übernommen werden.
Das Planspiel eignet sich insbesondere für Schüler ab Klassenstufe 9 sowie Studierende und verbindet Grundlagenwissen zur Europäischen Union mit aktuellen sicherheits- und europapolitischen Debatten.
Entwickelt wurde das Planspiel von Studierenden der Technischen Universität Dresden im Rahmen des Seminars „Planspielkonzeption zur Europäischen Union“ an der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Politik unter Leitung von Stefanie Gerstenberger.
2. An unseren Planspielen teilnehmen
Mehrmals im Jahr veranstalten wir unsere Planspiele an außerschulischen Lernorten. Die Veranstaltungen richten sich an Schülerinnen und Schüler mehrerer Schulen und werden von erfahrenen Teamerinnen und Teamern begleitet. Lehrkräfte können ihre Klassen dafür anmelden. Die aktuellen Termine und Informationen zur Anmeldung finden Sie nachfolgend unter „Veranstaltungen“.
Bitte beachten Sie: Die Planspiele finden zu festgelegten Terminen statt. Individuelle Planspieltermine auf Anfrage können wir derzeit leider nicht anbieten.
SimEP - Simulation Europäisches Parlament (JEF Sachsen)
Bei der SimEP schlüpfen Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 für einen ganzen Tag in die Rolle von Europaabgeordneten. In bis zu fünf Fraktionen eingeteilt, durchlaufen sie einen realitätsnahen EU-Gesetzgebungsprozess: zwei Fraktionssitzungen, eine Ausschusssitzung und eine abschließende Plenardebatte mit Reden aller Fraktionen und einer echten Abstimmung über eine Richtlinie zu einem aktuellen europapolitischen Thema. Organisiert wird die SimEP von den Jungen Europäischen Föderalist:innen (JEF) Sachsen - einem unabhängigen, überparteilichen Jugendverband. Die SimEP ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der Sächsischen Staatskanzlei, dem Sächsischen Landtag sowie EUROPE DIRECT Dresden und, je nach Austragungsort, dem jeweils dortigen EUROPE DIRECT-Zentrum. Die Veranstaltung findet jährlich (in manchen Jahren auch zweimal oder dreimal) an wechselnden Orten in Sachsen statt, bislang unter anderem im Sächsischen Landtag Dresden und in Leipzig. Die Teilnahme ist für Schulklassen kostenfrei, Tagesverpflegung ist inklusive.


