Europa im Ausnahmezustand: Jugendliche simulieren in neuem Planspiel das EU-Krisenmanagement

Wie entscheidet die Europäische Union in einer humanitären Ausnahmesituation? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines neuen Planspiels, das erstmals am 15. Juni 2026 von 9:30 bis 15:30 Uhr im Haus der Kirche – Dreikönigskirche in Dresden mit Schülerinnen und Schülern der Oberschulen (9. Klassenstufe) durchgeführt wird. Rund 80 Jugendliche aus Schulen aus Dresden und Coswig nehmen teil.

Das Planspiel mit dem Titel „Europa im Ausnahmezustand: Migrations- und Krisenmanagement“ simuliert eine Sondersitzung des Europäischen Rates. Ausgangspunkt ist ein fiktives, aber realitätsnahes Szenario: Der Inselstaat Isla Nova wird durch mehrere Naturkatastrophen schwer getroffen, Hunderttausende Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Die Europäische Union steht vor der Aufgabe, humanitäre Hilfe zu koordinieren, Geflüchtete aufzunehmen und eine faire Verteilung innerhalb der Mitgliedstaaten auszuhandeln.

Die Schülerinnen und Schüler übernehmen dabei Rollen als Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der EU-Mitgliedstaaten sowie als Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Medien. Sie entwickeln Positionen, bilden Koalitionen und ringen um einen gemeinsamen Beschluss im Konsensprinzip.

Neu ist vor allem die Zielgruppe: Das Planspiel wurde gezielt für Oberschulen der Klassenstufe 9 in Sachsen konzipiert und im Rahmen eines Seminars an der Technischen Universität Dresden im Wintersemester 2025/2026 von Studierenden entwickelt. Unter der Leitung von Stefanie Gerstenberger entstand das Planspiel in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und EUROPE DIRECT Dresden.

„Das Planspiel zeigt, wie politische Bildung dann besonders wirksam wird, wenn junge Menschen selbst in Entscheidungsrollen schlüpfen und die Folgen politischer Abwägungen unmittelbar erleben“, erklärt Ivo Vacík, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung.

„Das Planspiel zeigt, wie Hochschule und Praxis erfolgreich zusammenwirken: Wissenschaftliche Erkenntnisse, didaktische Konzepte und studentische Kreativität fließen in ein Bildungsformat, das real erprobt wird. Studierende übernehmen Verantwortung für ein echtes Projekt und erfahren unmittelbar, wie ihre Arbeit gesellschaftliche Wirkung entfaltet“, sagt Stefanie Gerstenberger von der TU Dresden, Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Politik.

„Gerade in europäischen Krisenszenarien wird deutlich, wie wichtig Verständigung zwischen den Mitgliedsstaaten, Perspektivwechsel und Kooperation sind. Genau das trainiert dieses Planspiel auf eindrückliche Weise“, betont Nora Sandner, EUROPE DIRECT Dresden.

Planspiel „Europa im Ausnahmezustand: Migrations- und Krisenmanagement“
15. Juni 2026, 10:00 bis 15:30 Uhr
Haus der Kirche – Dreikönigskirche
Hauptstraße 23, 01097 Dresden

Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner:

  • Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
  • EUROPE DIRECT Dresden
  • TU Dresden, Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Politik

Pressekontakt:
Thomas Platz, 0351 85318 21,
Anton Zuschke, 0351 85318 30,

Inhaltlich Verantwortlich:
Ivo Vacík, 0351 85318 54,