Punk-Frauen und die DDR
Lesung und Gespräch mit der Zeitzeugin Inka und dem Buchautor Geralf Pochop über Widerständigkeit in der DDR
Termindetails
Veranstaltungsort
Markt 2a
04746 Hartha
Deutschland
Veranstaltungsinfos

„Punk zu sein an sich, war schon eine Provokation. Aber als Mädchen so herumzulaufen, bedeutete wohl einen doppelten Tabubruch, so etwas wie ein Sakrileg im real existierenden Sozialismusverständnis der DDR.“ erzählt Nancy, eine der Protagonistinnen im neuen Buch von Geralf Pochop Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR.
23 Frauen berichten in Interviews, Tagebüchern und eigenen Texten über ihre Erfahrungen mit Repression, Haft und Jugendwerkhöfen – und über die bis heute spürbaren Folgen. Nur drei von ihnen wurden rehabilitiert, viele warten noch immer auf Anerkennung des erlittenen Unrechts. Pochop hat seine damaligen Weggefährtinnen ermutigt, sich mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit zu wagen, und damit die weibliche Seite der Punkbewegung in der DDR sichtbar zu machen.
Wir fragen: Wie reagierte die DDR-Gesellschaft auf unangepasste Frauen? Gab es eine geschlechtsspezifische Verfolgung? Was waren „Tripperburgen“? Und was erlebten Jugendliche in Gefängnissen und Jugendwerkhöfen der DDR?
Geralf Pochop war selber Punk. Er geriet als Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer in Konflikt mit der DDR-Staatsmacht. Nach mehreren Verhaftungen und sechs Monaten Haft reiste er 1989 in die Bundesrepublik aus. Heute forscht und schreibt er über die DDR-Vergangenheit, zuletzt in seinem autobiografischen Buch Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression (2019).
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