Demokratie-Wochenende des Gewandhausorchesters 2026 »Vorzeichen lesen«

Podiumsgespräch »Vorzeichen lesen«

Termindetails

Zeitraum
Datum: 05.09.2026
Uhrzeit: 14:00 - 16:00 Uhr
Freie Plätze
genügend freie Plätze
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur erforderlich, falls im Veranstaltungstext ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Veranstaltungsort

Leipzig, Gewandhaus

Augustusplatz 8 04109 Leipzig
Raum Hauptfoyer
Leipzig
DE

Veranstaltungsinfos

Veranstaltungsart
Podiumsdiskussion
Veranstaltungsnummer
D1-11
Themengebiet
Kultur und Kunst, Politische Kultur, Schule und Bildung, Staat und Recht
Zielgruppen
Interessierte

Veranstalter

SLpB, Direktion

Inhaltliche Ansprechpartner

Frau Claudia Anke
0351 85318-51
Dr. Roland Löffler

Kooperationspartner

Gewandhaus - Eigenbetrieb der Stadt Leipzig
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Podiumsgespräch »Vorzeichen lesen«

Es musizieren: Tomáš Trnka, Stefan Wagner, Tobias Hasselt, Tino Mönks Posaunen Sophia Göken, Paula Rösner Jazz.

Der Direktor der Sächsischen Landeszentrale, Dr. Roland Löffler, moderiert das Podiumsgespräch mit Dr. Silke Borgstedt, Prof. Dr. Jan-Oliver Decker, Sophia Göken, Prof. Dr. Bertolt Meyer, David Schnell und Julia Steinhöfel. Das Publikum ist eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen. Ein ganz besonderes, eigens für uns gestaltetes Zeichen übermittelt der in Leipzig wirkende Künstler Christoph Ruckhäberle allen Gästen als Geschenk und Einladung, selbst Zeichen zu setzen und sich für das kulturelle Leben und das soziale Miteinander zu engagieren.

In der Musik haben Vorzeichen eine klar definierte Bedeutung für nachfolgende Töne und harmonische Zusammenhänge, und ihre Missachtung hat hörbare Konsequenzen. Gesellschaftlich ist es weitaus komplizierter, Vorzeichen zu deuten. Künstler – Literaten, Maler, Musiker – bewiesen zu allen Zeiten einen sensiblen Sinn für unterschwellig schwache Signale. Zumindest rückblickend scheint es, als hätten sie Entwicklung geahnt oder gar in ihrer Kunst vorweggenommen. Professionelle Expertise für das Deuten von Zeichen beanspruchen Semiotiker; auch politische Strategen, Markt- und Meinungsforscher, Historiker, Natur- und Gesellschaftswissenschaftler widmen sich mit unterschiedlicher Methodik den Zeichen der Zeit. Im Kontext von Verschwörungstheorien wiederum entwickelt das Deuten mutmaßlicher (Vor-)Zeichen oft beängstigende Eigendynamik, die sich von Kausalzusammenhängen und wissenschaftlicher Überprüfbarkeit löst. 

Die Demokratie-Initiative des Gewandhausorchesters entfaltet seit fünf Jahren ausgehend von Musik als Impuls- und Ideengeber Themen wie »einander zuhören«, »Resonanz« oder »Vielstimmigkeit«. Das historisch in der Stadtgesellschaft verwurzelte Orchester, dessen Spielstätte nicht zuletzt in der Friedlichen Revolution zum Ort gesellschaftlicher Debatten wurde, lädt dazu ein, die Gemeinschaft stiftenden, inspirierenden und transformativen Potenziale von Musik mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart auszuloten. 

Podiumsgäste:

Silke Borgstedt

war kurz davor, die musikalische Laufbahn einzuschlagen, hat sich dann aber für die Wissenschaft entschieden. Dort beherrscht sie die Klaviatur aus Forschungsexpertise und Umsetzungs-/Beratungskompetenz perfekt. Sie studierte Musikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und an der Technischen Universität Berlin. 2007 promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Von 2005 bis 2009 war Silke Borgstedt als Research Manager bei GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung im Bereich der internationalen Konsumforschung sowie als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten tätig, Anfang 2009 wechselte sie zu SINUS, wo sie seit Juli 2010 zusammen mit Marc Calmbach die Abteilung Research & Consulting leitet und seit Juli 2021 Geschäftsführerin ist. Silke Borgstedt kennt sich in der Sozialforschung genauso gut aus wie in der klassischen Marketingforschung. Ihre aktuellen Arbeits- und Themenschwerpunkte sind: Alltagsästhetik, Familiensoziologie, soziokulturelle Trendforschung und digitaler Wandel. Silke Borgstedt ist eine national und international gefragte Referentin und Interviewpartnerin für Rundfunk und Fernsehen, hatte Gastprofessuren inne und ist Mitglied der überparteilichen »Initiative für einen handlungsfähigen Staat«.

Jan-Oliver Decker

studierte Ältere und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Deutsche Sprachwissenschaft, Medienwissenschaft und Kunstgeschichte in Kiel. Nach der Promotion 2003 und einer positiv evaluierten Juniorprofessur 2006 ebendort ist er seit 2011 Universitätsprofessor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft/Mediensemiotik an der Universität Passau. Seit 2005 ist er Beirat der Sektion Literatur in der Deutschen Gesellschaft für Semiotik, deren Präsident er auch von 2014 bis 2017 gewesen ist. Seine Schwerpunkte sind: Literatur- und Mediensemiotik, transmediale Narratologie, deutschsprachige Literatur vom 18. bis 21. Jahrhundert, Film, Fernsehen und Neue Medien in kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive, Lehren und Lernen mit und über digitale Medien in Schule und Hochschule (SKILL.de).

Sophia Göken

(*2000) ist eine deutsche Komponistin, Vokalistin, Pianistin und Bandleaderin, momentan wohnhaft in Basel. Sie hat 2019 ihr Musikstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) mit Fokus Jazzgesang begonnen. Über die Jahre entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Komponieren und Arrangieren, besonders für Großes Ensemble. Neben ihrem Studium hat sie mehrere musikalische Projekte ins Leben gerufen, wie die Electronic-Jazz Band VYLLA oder ihr 17-köpfiges Sophia Göken Large Ensemble. Nachdem sie ihren Bachelor abgeschlossen hat, zog sie 2025 nach Basel für einen Master in Jazz Komposition am Jazzcampus. Zusätzlich zu ihren eigenen Ensembles ist Göken weiteren Bands an Klavier und Synthesizer präsent, wie Switchermachine, Amigo Altmark und Joy Bogat. 2026 wurde sie für den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie Best Composition/Arrangement of the Year nominiert mit ihrem Stück For Alice. Während ihrer Zeit in Hannover gründete Göken das FLINTA* Kollektiv und organisierte darüber Kunstausstellungen, das Festival CYAN SESSIONS und weitere Events, die sich thematisch der Geschlechter-Gleichstellung und Feminismus in der Musikszene widmeten. Ihre künstlerische Arbeit ist tief verwurzelt in politischen Themen, sowohl persönlich wie auch gesellschaftlich. Gökens Musik kann direkt und laut, aber auch zart und in Seide gewickelt sein – ohne jemals die Hoffnung zu verlieren.

Bertolt Meyer

ist Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der TU Chemnitz. Mit seinem Team forscht er unter anderem zu Vielfalt am Arbeitsplatz und zum technologischen Wandel. Er moderiert auf Arte die Wissenschaftssendung »Agree to Disagree« und wurde 2024 vom Deutschen Hochschulverband zum Hochschullehrer des Jahres gekürt. 2025 erschien sein erstes populärwissenschaftliches Sachbuch: »Anders: Was wir aus der Psychologie über den Umgang mit Unterschieden lernen können«.

David Schnell

wurde 1971 in Bergisch Gladbach geboren, studierte von 1995 bis 2002 Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und lebt seitdem als freischaffender Künstler in Leipzig. Er ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des Land in Sicht e.V. Dieser unterstützt seit 2019 gemeinnützige Vereine in ländlichen Regionen Sachsens, die sich mit ihrer kulturellen und sozialen Arbeit für Weltoffenheit, humane, demokratische und soziale Denkweisen engagieren.

Julia Steinhöfel

beschäftigt sich mit der Frage, wie politische Bildung heute aussehen muss, um junge Menschen wirklich zu erreichen. Nach ihrem Bachelor in Politikwissenschaft an der Universität Leipzig führt sie ihr Studium derzeit im Master an der Freien Universität Berlin fort. Besonders am Herzen liegt ihr eine zeitgemäße Erinnerungskultur. Am Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig führte sie Besucher*innen durch die DDR-Geschichte; heute begleitet sie als Assistentin bei FASPE (Fellowships at Auschwitz for the Study of Professional Ethics) das »Ethics Abroad Travel Program« in Berlin. Parallel dazu engagiert sie sich seit 2021 bei der Bildungsinitiative SPREUWEIZEN, wo sie Schüler*innen an Themen wie Desinformation, Journalismus und Pressefreiheit heranführt und neue Referent*innen in Schulungen auf diese Arbeit vorbereitet. Unterstützt wird Julia Steinhöfel durch ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung.

 

Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

https://www.gewandhausorchester.de/veranstaltung/demokratie-9946/

Informationen zum gesamten Demokratie-Wochendende des Gewandhauses in Leipzig finden Sie hier:

https://www.gewandhausorchester.de/demokratie-wochenende/

 

Im Foyer finden Sie einen Informationstisch der SLpB mit Publikationen und Angeboten. 

Termindetails

Zeitraum
Datum: 05.09.2026
Uhrzeit: 14:00 - 16:00 Uhr
Freie Plätze
genügend freie Plätze
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur erforderlich, falls im Veranstaltungstext ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Veranstaltungsort

Leipzig, Gewandhaus

Augustusplatz 8 04109 Leipzig
Raum Hauptfoyer
Leipzig
DE

Veranstaltungsinfos

Veranstaltungsart
Podiumsdiskussion
Veranstaltungsnummer
D1-11
Themengebiet
Kultur und Kunst, Politische Kultur, Schule und Bildung, Staat und Recht
Zielgruppen
Interessierte

Veranstalter

SLpB, Direktion

Inhaltliche Ansprechpartner

Frau Claudia Anke
0351 85318-51
Dr. Roland Löffler

Kooperationspartner

Gewandhaus - Eigenbetrieb der Stadt Leipzig