Ist Europa auf dem sozialen Auge blind?

Eine Diskussion mit Vladimír Špidla, Ministerpräsident der Tschechischen Republik und EU-Kommissar a.D., der dänischen Botschafterin Susanne Hyldelund und Katharina Wolf, Europa Union Sachsen. Dienstag, 14. Juni 2022, 18:30 Uhr, Stadtmuseum Dresden.

Mit sozialer Gerechtigkeit wird die EU kaum verbunden, trotz Zusatzprotokoll mit sozialpolitischen Bestimmungen zum Maastrichter Vertrag. Das mag auch an den unterschiedlichen Vorstellungen zur Sozialpolitik in der EU liegen. Die Spannweite ist groß: vom nordischen Wohlfahrtsstaatsmodell bis hin zu einem sich entwickelnden, aber stärker stabilisierenden Sozialstaat in Ost-Mitteleuropa. Daraus ergeben sich umstrittene Fragen wie etwa nach einer europäischen Arbeitslosenversicherung, nach Umverteilung, nach dem, was die Nationalstaaten selbst regeln wollen und welche Kompetenzen die EU zukünftig haben soll und haben kann.

Auf dem Podium diskutieren unsere Gäste:

Vladimír Špidla war 2002-2004 Ministerpräsident der Tschechischen Republik und von 2004-2010 EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit. Er ist Direktor des sozialdemokratischen tschechischen Thinktanks „Masaryk Democratic Academy“ und im Circle of Friends des unabhängigen und gemeinnützigen Berliner Think-Tanks „Das Progressive Zentrum“.

Susanne Hyldelund ist seit 2020 Botschafterin des Königreichs Dänemark in Deutschland. Zuvor war sie Staatssekretärin für Trade und Globale Nachhaltigkeit im dänischen Außenministerium.

Katharina Wolf ist Gründerin und Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen in der überparteilichen Europa-Union Deutschland. 2019 wurde sie mit dem Preis „Frauen Europas“ des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland e.V. ausgezeichnet: für die Verteidigung europäischer Werte mit bürgerschaftlichen Mitteln.

Zeit: Dienstag, 14. Juni 2022, 18:30-20:00 Uhr

Ort: Stadtmuseum Dresden: Landhaus, Wilsdruffer Straße 2, 01067 Dresden

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Welche Zukunft hat Europa?“ Anlässlich des 30. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags von Maastricht am 7. Februar 2022 legen wir den Fokus auf die gegenwärtige Lage der Europäischen Union: Mit Expertinnen und Experten diskutieren wir die rechtlichen und politischen Herausforderungen, denen sich der Staatenverbund in den kommenden drei Jahrzehnten stellen muss. Weitere Informationen