Filmpreis „Voll politisch!“

Vorführung der nominierten Kurzfilme und Diskussion mit den Jurymitgliedern am Donnerstag, 7. April, 19 bis 21:30 Uhr

Kurzfilme sind populär: Schnell, experimentell und kreativ können Kurzfilm-Macher gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und mit ihrem Film ein Statement setzen. In den Sozialen Medien gewinnen Videoclips an Einfluss – diesen Effekt machen sich auch Parteien und Organisationen zunutze.

Der Wettbewerb um den Filmpreis „Voll politisch“ findet im Rahmen des Filmfestes Dresden statt. Der Preis honoriert 2022 zum zweiten Mal einen Film, der eine kritische und kontroverse Sicht auf ein politisches Thema ermöglicht. Und somit das Publikum anregt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, darüber zu diskutieren und eine Haltung einzunehmen. Der Filmpreis ist mit 3.000 Euro dotiert und wurde 2021 ins Leben gerufen: von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) und dem Filmfest Dresden.

Roland Löffler, Direktor der SLpB: „Der Kurzfilm ist ein spannendes Medium, denn er kann politische Fragen und Konflikte visuell aufarbeiten. Unsere politische Bildungsarbeit ist vom Grundsatz her eher sachlich und nüchtern, Filme dagegen berühren die Menschen oft unmittelbar und emotional. Und der Umgang mit Emotionalität ist auch für uns ein zunehmend wichtiges Thema. Deswegen bringen wir uns mit dem Preis Voll politisch gern in das Filmfest Dresden ein. Die fünf für den Preis nominierten Kurzfilme sind hochaktuell und pointiert. Sie erzählen zum Beispiel Geschichten aus der Ukraine und Belarus und eröffnen uns ganz neue Sichtweisen auf das Geschehen dort, aber auch auf unsere eigene Gesellschaft.“

Am Donnerstag, 7. April 2022, werden die fünf für den Filmpreis nominierten Kurzfilme in der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Dresden gezeigt. Zwischen den Vorführungen diskutieren die Jurymitglieder auf dem Podium. Danach sind alle eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Begrüßung:

Dr. Roland Löffler, Jurymitglied und Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung

Unsere Podiumsgäste:

Sabine Michel, Jurymitglied und Filmemacherin („Montags in Dresden“, „Zonenmädchen“)

Arkadij Khaet, Jurymitglied und Filmemacher („Scheideweg“, „Masel Tov Cocktail“)

Moderation:

Oliver Reinhard, Redakteur im Feuilleton der Sächsischen Zeitung

Zeit: Donnerstag, 7. April 2022, 19:00–21:30 Uhr

Ort: Dresden, SLpB: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Schützenhofstraße 36, 01129 Dresden, Großer Saal.

Der Eintritt ist frei. Es gelten die 3G-Regel und Maskenpflicht (FFP2). Um Anmeldung wird gebeten. Per Mail an juana.wahlheim@slpb.smk.sachsen.de

oder unter folgendem Link: www.slpb.de/veranstaltungen/details/2291

 

Die fünf nominierten Kurzfilme für den Filmpreis „Voll politisch“ 2022:

Borzaya (19:33 min): In den ukrainischen Karpaten bedrohen große westliche Firmen die Existenz des Waldes und damit der Forstwirtschaft von Sylwias Familie. Da sie dringend auf Geld angewiesen ist, stimmt Sylwia zu, Geflüchtete über die nahe gelegene EU-Außengrenze zu bringen – als illegale Schleuserin. Von: Simon Schneckenburger.

Displaced/Heimatlos (14:40 min): Im Nachkriegs-Kosovo wollen zwei ambitionierte Tischtennis-Profis ihren Sport unbedingt aufrechterhalten. Raum zum Training gibt es in ihrem Club „Lidhja e Prizrenit“ nicht mehr, deswegen wandern sie von einem obskuren Ort zum nächsten. Dabei tragen sie das einzige, was ihr Club noch besitzt, mit sich herum: ihre Tischtennisplatte. Eine Dokufiktion, die Kritik übt an der desolaten Situation für kosovarische Spitzensportler. Von: Samir Karahoda.

Handbook/Handbuch (26:00 min): Hier wird die systematische und brutale Unterdrückung der Proteste in Belarus im August 2020 nachgezeichnet. Verschiedene Interviews und Berichte zeigen, dass die Polizei bei Verhaftungen und der Ausübung von Gewalt fast immer nach demselben Muster vorgingen – als hätte es dafür ein Handbuch gegeben. Für seinen Dokumentarfilm findet der Regisseur eine ungewöhnliche Form. Von: Pavel Mozhar.

Kirschknochen/Cherry Bone (17:35 min): In einem dokumentarischen Animationsfilm erzählt die Regisseurin die Geschichte ihrer russisch-jüdischen Familie, die Mitte der 1990er Jahre nach Deutschland eingewandert ist. Der Film beginnt mit einem Gespräch mit ihren Eltern, die über 40 waren, als sie diesen Schritt machten. Deren Schilderungen stellt sie ihre eigene Version der Vergangenheit gegenüber. Und beleuchtet die Situation der sogenannten jüdischen Kontingentflüchtlinge in Deutschland. Von: Evgenia Gostrer.

A Máquina infernal/Die Höllenmaschine (29:19 min): ist eine uralte Stanze in einer Metallindustrie-Fabrik. Gewartet wurde sie schon lange nicht mehr, denn dafür fehlt das Geld. Schließlich kommt es zu einer Katastrophe. Eine Geschichte über die Arbeiterklasse in Brasilien. Von: Francis Vogner dos Reis.

 

Die Verleihung des Filmpreises „Voll politisch“ findet am Samstag, 9. April 2022, um 20 Uhr in der Schauburg in Dresden statt. Weitere Informationen und den Link zum Ticketkauf für die Preisverleihung finden Sie hier

Das Filmfest Dresden ist eine international anerkannte Plattform für Kurzfilme. Entstanden ist es im Jahr 1989 - noch vor dem Fall der Mauer - aus einem Akt der Opposition heraus, Filme zu zeigen, die in der DDR verboten waren. Seitdem wächst das Festival und hat sich nationale und internationale Reputation erarbeitet. Mittlerweile gilt das Filmfest Dresden als Drehscheibe und Netzwerkmöglichkeit für Filmschaffende aus aller Welt.