23 Mal "Aus der Krise lernen?"

Corona – wir müssen reden. Sechs Wochen lang, in insgesamt 23 Veranstaltungen, rief die SLpB die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat auf zur Diskussion unter dem Motto "Aus der Krise lernen? Offene Gesellschaft in der (Post-)Corona-Phase".

Viermal pro Woche fanden die Bürgerdebatten im Internet über die Plattform Zoom statt. Corona war das große Thema und die Folgen, die die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nach sich zogen und noch immer ziehen, denn die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sind trotz aller Lockerungen noch lange nicht absehbar.

Heute Abend um 19:00 Uhr lädt die SLpB ein letztes Mal ein zur Diskussion mit Fachleuten. Mit dem Politikwissenschaftler und langjährigen Kurator der SLpB, Dr. Werner Patzelt, mit  Karin Pritzel, Geschäftsführerin des Herbert-Wehner-Bildungswerks, Dresden, und mit Ralf Krüger, Mitinhaber der Dresdner Agentur Füller & Krüger.Strategische Beratung, debattieren die Teilnehmenden darüber, ob das Coronavirus tatsächlich der große Katalysator für lange schon drängende Veränderungen war oder ob der Effekt der Krise mit großem Schaden und wenig Wirkung verpuffen wird.

„Ich bin froh darüber, dass wir die Bürgerdebatten in so kurzer Zeit und unter erschwerten Bedingungen auf die Beine stellen und mit breit gefächertem Inhalt füllen konnten. Eine offene Gesellschaft braucht immer auch den Streit über den richtigen Weg, die Suche nach der besten Lösung“, sagt Dr. Roland Löffler, Direktor der SLpB. „Diesen Prozess sollte eine Gesellschaft gerade in Krisenzeiten nicht der Politik allein überlassen. Mit dieser Online-Reihe haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung aktiver und lebendiger Streitkultur unter dem Vorzeichen Corona getan und wollen diesen Geist auch weiterhin lebendig halten – in virtuellen Formaten und hoffentlich bald auch wieder von Angesicht zu Angesicht.“

Die sächsische Staatsregierung förderte das Projekt mit Mitteln in Höhe von 120.000 Euro. Weitere 45.000 Euro brachte die SLpB aus eigenen Haushaltsmitteln ein. Vorbereitet wurden die Onlinedebatten durch eine intensive Informations- und Bildungskampagne in den kostenfreien Wochen- und Anzeigenblättern Sachsens, mit der die SLpB etwa 1,7 Millionen Menschen im Freistaat erreichte. Über die sozialen Medien wurden noch einmal rund 210.000 Menschen auf die Reihe aufmerksam. Rund 700 beteiligten sich aktiv an den Debatten. Unter www.slpb.de/veranstaltungen/aus-der-krise-lernen konnten Interessierte im Vorfeld Fragen zum Thema stellen. Berichte zu den einzelnen Veranstaltungen sind ebenfalls dort nachzulesen. Ein Teil der Debatten wurde live im Internet übertragen, die Aufzeichnungen finden sich auf der Facebook-Seite der SLpB.

Viermal pro Woche debattierten in den vergangenen sechs Wochen Fachleute aus den verschiedensten Bereichen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens mit den Teilnehmenden darüber, was zum Beispiel Schulschließungen, leere Stadien, Kinos, Theater, Museen oder Kirchen für die Gesellschaft bedeuten oder welche Auswirkungen der Lockdown auf Familien und die Geschlechtergerechtigkeit hatte. Sie diskutierten die Corona-App und tauschten sich aus über derzeit kursierende Verschwörungstheorien. Internationale Solidarität und wirtschaftliche Abhängigkeiten waren das Thema, genauso wie die Rolle der Medien und die Bezahlung von Pflegern und Medizinerinnen.

Partner der Landeszentrale in der Entwicklung, Moderation und Evaluierung sind die Aktion Zivilcourage e.V. in Pirna und das Projekt „Krisen-Dialog-Zukunft“ am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Dresden.