Am Donnerstag, den 15. Juli um 19 Uhr kann die nominierte Shortlist für den Preis bei einem Sonderscreening mit anschließendem Gespräch gesehen werden:

"voll politisch" Filmvorführung im Rahmen des Filmfestes Dresden am: 15.07.2021, 19:00–21:00 Uhr

Ein zweites Screening gibt es am Sonntag, den 18. Juli um 14 Uhr, im Thalia Kino. Der Gewinnerfilm wird zur Preisverleihung am 17. Juli verkündet.

Die Filme:

  • OBERVOGELGESANG, Ferdinand Ehrhardt, Elisabeth Weinberger, Deutschland | 2020 | Animation, Fiktion
  • PLAY SCHENGEN, Gunhild Enger, Norway | 2020 | Fiktion
  • DIE ALLGEMEINEN GESCHÄFTSBEDINGUNGEN, Amelie Befeldt, Deutschland | 2020 | Dokumentation 
  • MEX AND THE ANIMALS, Elisa Gleize, Kanada | 2020 | Animation, Fiktion
  • ON THE OTHER SIDE, Tarek Shayne Tabet, Deutschland | 2020 | Fiktion
  • DIESER FILM HEISST AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN BREAKING BERT, Anne Isensee, Deutschland | 2020 | Animation 

Kurzfilme sind populär: Sie reichen von Werbe- und Musikvideoclips bis hin zu abstrakter Animation. Die Möglichkeiten, politische Themen in Kurzfilmen umzusetzen, sind vielfältig und aufgrund der geringeren Vorlaufzeit kann der Kurzfilm schnell, experimentell und kreativ auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren. Sie durchdringen ihr Thema, sie reflektieren, sie bilden ab und suchen dabei immer auch neue Ausdrucksformen. Ein Kurzfilm kann – ähnlich wie eine Kurzgeschichte – nicht auserzählen, aber anregen. 

Der Filmpreis „voll politisch“ will 2021 erstmals einen Film honorieren, der sich – ganz im Sinne der politischen Bildung – kreativ, kontrovers und kritisch mit seinem Sujet auseinandersetzt, dabei den Perspektivwechsel wagt und eine neue Sicht auf ein politisches Thema ermöglicht. Er regt das Publikum an zur Diskussion und weckt den Wunsch, mehr zu erfahren und sich zu engagieren. Der Preis findet im Rahmen des Filmfestes Dresden statt. Das FILMFEST DRESDEN ist eine international anerkannte Plattform für Kurzfilme. Entstanden ist es im Jahr 1989 noch vor dem Fall der Mauer aus einem Akt der Opposition heraus, Filme zeigen zu können, die in der DDR verboten waren. Seitdem wächst das Festival und hat sich eine Reputation erarbeitet als Drehscheibe und Netzwerkmöglichkeit für Filmschaffende aus aller Welt und als ein Filmfest, das den Anspruch vertritt, politisch und gesellschaftlich relevanten Themen Raum zu geben.

Die Kriterien des Preises

Der Preis zeichnet die filmische und inhaltliche Umsetzung eines politischen/gesellschaftlichen Themas mit Blick auf die Grundsätze der politischen Bildung/des Beutelsbacher Konsens aus:

  • Multiperspektivität: Das Thema des Films stellt möglichst unterschiedliche Aspekte eines politischen Themas dar.
  • Informationsvermittlung: Der Film informiert sein Publikum sachlich und inhaltlich korrekt und eröffnet dem Publikum eine neue Perspektive auf das Thema.
  • Selbstbefähigung: Das Publikum wird angeregt, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, sich weiterführend zu informieren oder sich zu engagieren.

Die Vorjury des Preises

Vier Referent*innen der SLpB wählen als Vorjury die politisch interessantesten Filme aus allen Wettbewerbsbeiträgen des Filmfestes Dresden für das Hauptscreening aus.

Christina Wittich

Liebt das Kino und vermisst es gerade sehr. Früher (Film-)Journalistin arbeitet sie heute als Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei der SLpB und ist damit beauftragt politische Bildung neu zu kommunizieren.

Joachim Amm

Joachim Amm ist Publikationsreferent bei der SLpB. Zuvor war er Wissenschaftlicher Assistent an der TU Dresden, dann Lehrer an mehreren sächsischen Schulen sowie Schulevaluator.

Katrin Fischer

Leidenschaft für Film und leidenschaftliche Frontfrau für Erwachsenenkommunikation, die Menschen dazu ermutigt, sich an Entscheidungsprozessen aktiv zu beteiligen. Jeder Diskurs kann durch konzentriertes Zuhören und gegenseitigen Respekt gelingen.

Sabine Kirst

Faible für Fotografie und Kurzfilm; geht beruflich der Frage nach, wie Menschen Medien und Politik besser verstehen können. Derzeit tut sie dies am Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Hauptjury des Preises

Elise Landschek

geboren 1982 in Ostberlin, hat in Berlin an der FU Politik studiert und nach ihrem NDR-Volontariat zehn Jahre lang von Hamburg aus als Reporterin und Feature-Autorin für den NDR, ARTE und den Deutschlandfunk gearbeitet. 2019 ist sie zum rbb bzw. zur ARD gewechselt. Thematisch hat sie sich schon während des Studiums auf Extremismusforschung und DDR-Geschichte spezialisiert. Im Jahr 2019 wurde ihr Dokumentarfilm und Multimediaprojekt PRÄVENTION. WIE DIE DEMOKRATIE GERETTET WERDEN SOLL (www.projekt-praevention.de) mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. Ihr Animationsfilm BRAND (Drehbuch/Co-Regie) über Opfer rechter Gewalt gewann mehrere Kurzfilmpreise – unter anderem den Goldenen Reiter des FILMFEST DRESDEN.

Dr. Roland Löffler

leitet seit September 2017 die Landeszentrale. Er studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Berlin, Cambridge und Marburg, wo er auch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter forschte, lehrte und promovierte. Nach einer Zeit als freiberuflicher Journalist, einem Vikariat bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und einer Gastprofessur an der Universität Montréal war er von 2007-2016 für die Herbert Quandt-Stiftung tätig. 2017 arbeitete er als Geschäftsführer der Stiftung Westfalen-Initiative in Münster.

Zu seinen Arbeitsschwerpunkten und Publikationen der letzten 15 Jahren zählen Themen wie Integration und interkulturelle Bildung, der Nahe Osten, Herausforderungen der Bürgergesellschaft, Zukunft ländlicher Räume sowie die politische Kultur in den neuen Bundesländern. In diesem Zusammenhang leitete er einige Jahre Projekte in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen. Desweiteren engagiert er sich in mehreren Stiftungen und Gremien sowie für die deutsch-nordeuropäischen und  die deutsch-polnischen Beziehungen. Roland Löffler ist parteilos, verheiratet und hat zwei Kinder. Er mag Sport, Wein, Theater, klassische Musik und Jazz.

Sabine Michel

geboren in Dresden, geht sie 1990 – mit dem letzten Ost-Abitur – nach Paris. Nach einem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft, studiert sie Filmregie in Potsdam/Babelsberg. Ihr Kurzfilm HINTEN SCHEISST DIE ENTE führt als Publikumserfolg (u.a. Publikumspreis beim FILMFEST DRESDEN) zu ihrem ersten Langspielfilm NIMM DIR DEIN LEBEN, 2005. Seitdem arbeitet die Adolf-Grimme-Preisträgerin für Kino und Fernsehen und am Theater – sie porträtierte die Schauspielerin Corinna Harfouch, die Fotografin Sibylle Bergemann und erzählt in ZONENMÄDCHEN von ihrer eigenen Generation. In ihrem vielbesprochenen Film MONTAGS IN DRESDEN begleitet sie drei Menschen, die zu Pegida gehen. 2020 erscheint ihr erstes Buch "Die anderen Leben – Generationengespräche Ost" im be.bra Verlag. Im Herbst 2021 wird ihr Beitrag für die neue ARD-Reihe HER-STORY – GESCHICHTE IM ERSTEN ausgestrahlt: DER MAUERFALL UND DIE FRAUEN. Sabine Michel ist verheiratet und hat mit ihrem Mann vier Kinder.