Wie funktionierte das Leseland DDR - und was wurde aus ihm?
Vortrag und Diskussion
Termindetails
Veranstaltungsort
Thomas-Müntzer-Platz 8
01594 Staucha
Veranstaltungsinfos
Veranstalter

Zum Ende der DDR gab es nur noch 78 zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. In der Bundesrepublik waren 1989 rund 1800 Verlage tätig. Wann und warum wurde das Verlagsangebot im Osten derart eingeschränkt. Was bedeutete es für das „Leseland“ DDR und wie wirkt es bis heute nach?
Der ausgewiesene Verlagshistoriker Christoph Links ist in seinen beiden Büchern „Verschwundene Verlag“ und „Das Schicksal der DDR-Verlage“ der Frage nachgegangen, mit welchen Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte. Er zeigt, wie sie geistige und wirtschaftliche Konkurrenz aus dem Wege räumte, um für die von ihr bevorzugten Verlage finanziell ertragreiche Monopolstellungen zu schaffen, aber auch Publikationsdominanz zu erzielen.
Dr. Christoph Links, Jahrgang 1954, arbeitete nach seinem Studium der Philosophie und Lateinamerikanistik als Journalist und Sachbuchautor. Im Dezember 1989 gründete er einen der ersten unabhängigen Sachbuchverlage der DDR. Sein Christoph Links Verlag entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Sachbuchverlage, der gerade im Bereich der politisch - historischen Bildung ein breites Echo fand. Bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 2020 erschienen im Verlag mehr als 1000 Titel. 2008 promovierte er mit einer Studie über die Privatisierung der DDR-Verlage im Prozess der deutschen Einheit. Er ist Mitherausgeber des dreibändigen Grundlagenwerkes zur DDR-Buchlandschaft im De Gruyter Verlag und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Zeitschriftenbeiträge zu den Umwälzungen in Ostdeutschland nach 1989.
Eintritt ist frei, Anmeldung nicht erforderlich.
Weitere Informationen der Peter-Sodann-Bibliothek e.G.:
Im Anschluss an den Vortrag werden Führungen durch die Sammlung der Peter-Sodann-Bibliothek e.G. angeboten. Kosten je Person 10,- Euro. Parallel ist die Ausstellung „Leseland DDR“ zu sehen, kuratiert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Kooperation mit der Peter-Sodann-Bibliothek e.G., 2022.
Unsere Gäste und Beteiligten dieser Veranstaltung
Publizist und Verlagshistoriker
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Thomas-Müntzer-Platz 8
01594 Staucha