Studienreise „Tacheles in Prag"
Jüdisches Leben und zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur in der Gegenwart
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Studienreise „Tacheles in Prag - Jüdisches Leben und zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur in der Gegenwart“
Wie erinnern wir heute? Wie verändert sich jüdisches Leben in Europa? Und wie wirkt gesellschaftlicher Wandel auf die politische Kultur in Tschechien?
Im Rahmen des sächsischen Themenjahres „Tacheles“, das den offenen und kritischen Dialog über Verantwortung, Erinnerung und demokratische Kultur in den Mittelpunkt stellt, führt diese viertägige Studienreise nach Prag - eine Stadt, in der sich jüdische Geschichte, europäische Moderne und politische Umbrüche auf besondere Weise verdichten.
Die Studienreise verbindet historische Lernorte, Begegnungen mit Akteurinnen und Akteuren aus Forschung, Zivilgesellschaft und jüdischen Gemeinden sowie analytische Diskussionen zur aktuellen politischen Situation in Tschechien. Im Fokus stehen jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart, der Wandel der tschechischen Erinnerungskultur und die Frage, wie sich gesellschaftliche Polarisierung, Antisemitismus und Rechtspopulismus auf Demokratie und internationale Beziehungen auswirken - insbesondere im Verhältnis zu Deutschland und Israel.
Thematische Schwerpunkte
Jüdisches Leben in Prag: Geschichte, Gegenwart, Perspektiven
Shoah, Nachkriegszeit und Erinnerungspolitik in Tschechien
Antisemitismus, Rechtsextremismus und gesellschaftliche Polarisierung
Zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur und Bildungsarbeit
Politische Entwicklungen nach der Parlamentswahl 2025 und ihre Folgen für Minderheiten, Demokratie und Außenpolitik
Die Studienreise bietet u. a.:
Vertiefte Einblicke in die historische und gegenwärtige Vielfalt jüdischen Lebens in Prag
Besuche zentraler Orte jüdischer Geschichte und Erinnerung (u. a. Jüdisches Museum Prag, Bahnhof Bubny)
Eine ganztägige Exkursion nach Terezín (Theresienstadt) sowie zu weiteren regionalen Erinnerungsorten
Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern jüdischer Gemeinden, Historikerinnen und Historiker, Journalistinnen und Journalisten und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren.
Zwei analytisch ausgerichtete Podiumsdiskussionen zu:
Antisemitismus, Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Polarisierung in Tschechien
Politischer Rechtsruck, Erinnerungspolitik und Außenbeziehungen unter der Regierung Babiš
Dabei geht es nicht nur um Geschichte, sondern ausdrücklich um Gegenwart und Zukunft:
um den Anstieg antisemitischer Vorfälle, um neue politische Spannungen, um den Einfluss internationaler Konflikte - und um die Frage, wie demokratische Gesellschaften heute mit Erinnerung, Verantwortung und Vielfalt umgehen.
Die Studienreise richtet sich an alle, die sich für jüdische Geschichte, politische Bildung, europäische Erinnerungskultur und die gesellschaftlichen Entwicklungen in Tschechien interessieren.
Eine Reise zum Nachdenken, zum Lernen - und zum Tacheles reden.
Programmüberblick
Im Rahmen des sächsischen Themenjahres „Tacheles“, das den offenen und kritischen Dialog über Erinnerung, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert, lädt diese viertägige Studienreise dazu ein, Prag aus einer ungewöhnlichen, tiefgründigen und hochaktuellen Perspektive kennenzulernen.
Die tschechische Hauptstadt wird zum Lernort: ein Raum, in dem jüdische Geschichte, Gegenwart, Erinnerungskultur, Demokratiefragen und aktuelle politische Entwicklungen miteinander verwoben sind.
Online-Vorbereitungstreffen
Die Studienreise beginnt mit einem digitalen Vorbereitungstreffen. Neben dem Kennenlernen der Teilnehmenden erhalten alle einen fundierten Überblick über das Reiseland Tschechien. Der Input ordnet historische Brüche, politische Entwicklungen seit 1989 sowie aktuelle gesellschaftliche Spannungsfelder ein und schafft damit eine gemeinsame inhaltliche Grundlage für die Reise. Zudem werden organisatorische Fragen geklärt und Erwartungen an das Programm transparent gemacht.
Tag 1 - Ankommen, historische Verortung und erste Zugänge
Der erste Reisetag steht im Zeichen des Ankommens und der thematischen Orientierung. Nach der gemeinsamen Zuganreise von Dresden nach Prag bietet ein Mittagsimbiss im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen Raum für ein erstes informelles Kennenlernen.
Am Nachmittag eröffnet ein historischer Input zum Judentum in Tschechien die inhaltliche Arbeit der Studienreise. Der Vortrag spannt einen Bogen von der frühen jüdischen Präsenz über das 19. und 20. Jahrhundert bis zu den Zäsuren von Shoah, Kommunismus und Transformation nach 1989. Ziel ist es, grundlegende historische Linien sichtbar zu machen, die für das Verständnis der kommenden Tage zentral sind.
Am frühen Abend folgt ein geführter Stadtspaziergang „Jüdisches Prag“. Abseits klassischer Touristenrouten werden Orte jüdischen Alltagslebens im 20. Jahrhundert erkundet: Spuren von Verfolgung und Vernichtung, aber auch von Rettung, Überleben und Verdrängung. Der Spaziergang verbindet Stadtgeschichte, Erinnerung und biografische Perspektiven und ermöglicht einen ersten räumlichen Zugang zum Thema.
Der Tag endet mit einem gemeinsamen Abendessen.
Tag 2 - Jüdisches Leben heute, Erinnerungskultur und gesellschaftliche Konfliktlinien
Der zweite Tag vertieft die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Gegenwart in Prag. Am Vormittag steht eine kuratierte Führung durch das Jüdische Museum Prag auf dem Programm. Die besuchten Synagogen, Gedenkräume und der Alte Jüdische Friedhof vermitteln Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens, die Zerstörung durch die Shoah sowie den Umgang mit Erinnerung in der Nachkriegszeit und im Sozialismus.
Am Nachmittag richtet sich der Blick ausdrücklich auf die Gegenwart. In einem moderierten Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern jüdischer Gemeinden geht es um heutiges jüdisches Leben in Prag: um religiöse Vielfalt, kulturelle Renaissance, aber auch um gesellschaftliche Spannungen, Sicherheitsfragen und Erfahrungen mit Antisemitismus.
Darauf aufbauend folgt eine analytische Podiumsdiskussion zu Antisemitismus, Rechtsextremismus und gesellschaftlicher Polarisierung in Tschechien. Diskutiert werden aktuelle Entwicklungen, neue Erscheinungsformen von Antisemitismus, der Einfluss internationaler Konflikte sowie die Rolle politischer Akteure, digitaler Öffentlichkeiten und zivilgesellschaftlicher Gegenstrategien.
Der Abend bietet Zeit zur individuellen Verarbeitung und zum informellen Austausch.
Tag 3 - Exkursion: Deportation, Ghetto, Täterorte und Erinnerung
Der dritte Tag ist als ganztägige Exkursion konzipiert und bildet den emotional wie inhaltlich dichtesten Teil der Studienreise. Ausgangspunkt ist die Gedenkstätte Bahnhof Bubny, ein zentraler Ort der Deportationen Prager Jüdinnen und Juden. In einer exklusiven Führung werden Geschichte, aktuelle Entwicklungen und die Vision eines offenen Forums für Erinnerung, Kunst und Dialog vorgestellt.
Anschließend führt die Exkursion nach Terezín (Theresienstadt). Die Führung durch das ehemalige Ghetto macht die Ambivalenz zwischen Propaganda und Terror, Alltag und systematischer Vernichtung erfahrbar. Die Auseinandersetzung mit dem Ort lädt zur Reflexion über Täterschaft, Mitwissen und Nachgeschichte ein.
Weitere Stationen - darunter der Stollen Richard und der Stadtraum von Litoměřice - erweitern den Blick auf regionale Dimensionen nationalsozialistischer Gewalt und deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Der Tag verbindet historische Vermittlung mit Fragen moderner Erinnerungskultur und politischer Verantwortung.
Am späten Abend Rückkehr nach Prag.
Tag 4 - Politischer Rechtsruck, Erinnerung und internationale Beziehungen
Der letzte Tag verknüpft die historischen Erfahrungen der vorangegangenen Tage mit einer dezidiert gegenwartsbezogenen politischen Analyse. In einer Podiumsdiskussion wird die aktuelle politische Situation in Tschechien nach der Parlamentswahl 2025 diskutiert: der Rechtsruck, Veränderungen in der politischen Kultur, Angriffe auf Minderheiten und Zivilgesellschaft sowie Tendenzen der Relativierung historischer Verantwortung.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Beziehungen zu Deutschland und Israel sowie auf Fragen demokratischer Resilienz in Europa. Die Diskussion bildet den bewussten politischen Schlusspunkt der Studienreise.
In einer gemeinsamen Auswertungsrunde reflektieren die Teilnehmenden ihre Eindrücke, Erkenntnisse und möglichen Impulse für politische Bildungsarbeit in Sachsen, bevor am Nachmittag die Rückreise nach Dresden erfolgt.
Das Programm entspricht dem Stand vom 22. Januar 2026. Änderungen sind vorbehalten.
Informationen zur Reise
Zielgruppe
Die Studienreise richtet sich an Studierende, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren politischer Bildung, Gedenkstättenpädagoginnen und -pädagogen, zivilgesellschaftlich Engagierte, Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Fachkräfte aus Verwaltung, Politik und Bildung sowie an politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Hinweis zu Schuhwerk und Kondition
Das Programm ist inhaltlich wie zeitlich anspruchsvoll. Die Teilnehmenden sind über mehrere Tage hinweg häufig zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.
Wir empfehlen daher bequemes, gut eingelaufenes Schuhwerk sowie eine grundlegende körperliche Kondition.
Sprachen
Die Verdolmetschung Deutsch-Tschechisch wird sichergestellt. Arbeitssprache ist Deutsch. Gute Englisch-Kenntnisse sind von Vorteil.
Reiseleitung
Ivo Vacík, SLpB, Referent für Europa und Internationales der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB)
Tobias Kley, Bildungsmanager, Brücke|Most-Stiftung
Josefina Ofner, Leiterin des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Prag
Kosten
Teilnahmegebühr pro Person: 390 Euro
Anzahlung von 100 Euro bis 24. April 2026. Zahlung der restlichen Teilnahmegebühr bis 31. Mai
2026.
Folgende Leistungen sind enthalten:
- Fahrten Dresden Hbf -Prag Hbf und zurück (DB 2. Klasse) sowie ÖPNV in Prag und Busfahrt nach Theresienstadt
- 3 Übernachtungen in Einzelzimmern in guten Hotels in Prag
- Vollpension (Frühstück im Hotelrestaurant, Mittagessen und Abendessen in ausgewählten
- Restaurants oder im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen)
- Kaffee, Tee und Saft bei Kaffeepausen und Mittagessen sowie gekühltes Leitungswasser zum
- Abendessen
- deutschsprachige Reiseleitung und Führungen
- Verdolmetschung aus dem Tschechischen ins Deutsche
- Eintrittsgelder
- Informationsmaterial
Nicht enthalten sind:
- weitere Getränke
- Fahrtkosten zum/vom Bahnhof Dresden Hbf
Ermäßigungsmöglichkeiten
Die Teilnahmegebühr kann aus sozialen Gründen für Personen, die nachweislich über kein eigenes
bzw. geringes Einkommen verfügen, ermäßigt werden. Einzelne Teilnehmende können ganz oder teilweise von der Teilnahmegebühr befreit werden. Stornierungsgebühren
Ab dem 6. bis zum 1. Tag vor Reisebeginn: 50% der Teilnahmegebühr
Am Tag des Reiseantritts/bei Nichterscheinen: 80% der Teilnahmegebühr
Anmeldung: Richten Sie bitte Ihre Anmeldung inkl. Angaben zu Ihrer Person (Name, Vorname, Adresse, E-Mail) bis zum 31. März 2026 an folgende Adresse:
tacheles@bmst.eu
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Die verbindlichen Teilnahmezusagen werden am 10. April zusammen mit der Bankverbindung versendet.
Organisatorischer Ansprechpartner
Kay Gumprich, SLpB
Tel.: 0351 853 18 70
E-Mail: kay.gumprich@slpb.sachsen.de
Inhaltlicher Ansprechpartner
Ivo Vacík, SLpB
Tel.: 0351 853 18 54
E-Mail: ivo.vacik(at)slpb.sachsen(dot)de
Tobias Kley, BMSt
Tel.: 0351 433 141 14
E-Mail: t.kley(at)bmst(dot)eu
Kooperationspartner
Diese Bildungsreise ist eine Kooperationsveranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der Brücke|Most-Stiftung und des Verbindungsbüros des Freistaats Sachsen in Prag und findet im Rahmen „Des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ statt.
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Mehrere Orte - siehe Beschreibung
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