Boris Schumatsky
"Sprachen machen Leute" im Erich Kästner Haus der Literatur
Termindetails
Veranstaltungsort
Antonstraße 1
01097 Dresden
DE
Veranstaltungsinfos
Kooperationspartner

Unsere Literarturreihe "Sprachen machen Leute" begrüßt zur vierten Veranstaltung in diesem Jahr den Schriftsteller Boris Schumatsky.
Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
Boris Schumatsky, geboren 1965 in Moskau, lebt seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Autor in Berlin und München. Schumatskys Essays zum politischen Geschehen erscheinen u. a. in „taz“, „ZEIT“, „NZZ“ und „SZ“. 2025 las er auf Einladung von Philipp Tingler einen Auszug aus Die Seine fließt ins Schwarze Meer in Klagenfurt beim Bachmann-Wettbewerb, wo er den Deutschlandfunk-Preis gewann. Boris Schumatsky stand auf der Shortlist für den „Wortmeldungen-Literaturpreis für kritische Texte 2026“. Im Residenz Verlag erschien 2016 sein politischer Essay Der neue Untertan und 2026 sein Roman Die Seine fließt ins Schwarze Meer.
Moderation: Michael G. Fritz
Die Literaturreihe „Sprachen machen Leute" gehört zur Kooperation mit dem EKHL. Autorinnen und Autoren, deren Schreib-, nicht aber Muttersprache das Deutsche ist, nehmen jeweils als Co-Leiterinnen an der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz teil und lesen am Folgeabend aus ihren eigenen Texten. Die vielfältigen kulturellen Hintergründe der eingeladenen Autorinnen ermöglichen neue Perspektiven auf eigene Denkmuster und bestehende gesellschaftliche Narrative. Am Vorabend der Lesung mit Gespräch findet am Montag, 16.11. 2026, 18.00 Uhr eine Schreibwerkstatt mit Boris Schumatsky und Michael G. Fritz statt.
Anmelden bitte unter https://www.kaestnerhaus-literatur.de/veranstaltungen
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Veranstaltungsort
Antonstraße 1
01097 Dresden
DE