Willst Du meine Mutter sein? Kindheit im Schatten der Schoah

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung unterstützt schulische Projekte zum Thema Holocaust mit Büchern von Henriette Kretz und einem Film über ihr Leben.

Fanatismus ist sehr anlockend

27. Januar 2015. Zum 70. Mal jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Das Ereignis ist abstrakt, es steht für das Ende unglaublicher Verbrechen. Heute bot sich einigen Schülern des Romain-Rolland-Gymnasiums in Dresden die Chance, das Unglaubliche besser zu verstehen. mehr

Nie wieder sollen sich Menschen durch Ideologien aufeinander hetzen lassen

Zeichnung von Henriette Kretz. Die gebrochene Hand symbolisiert ihre gebrochene Kindheit.

Vor 75 Jahren am 9. und 10. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen, eine beispiellose Verfolgungs- und Vernichtungswelle begann. In dieser schrecklichen Zeit der NS-Diktatur verliert die polnische Jüdin Henriette Kretz mit neun Jahren ihre Eltern und versucht in den Kriegswirren zu überleben. Um ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben, hat sie ihre Geschichte vom Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Südpolen, der Flucht, dem Ghetto und der Erschießung ihrer Eltern in einem Buch festgehalten.


Buch für Schulprojekte bei der Landeszentrale erhältlich

Sächsische Schulen können das Buch "Willst Du meine Mutter sein? Kindheit im Schatten der Schoah" bei der Landeszentrale kostenlos als Klassensatz bestellen. Die genauen Bestellbedingungen finden sich hier. Darüber hinaus ist das Buch als kostenloser Download auf der Internetseite der SLpB verfügbar. Das Buch ist auch im Handel erhältlich, es erscheint im Verlag Christoph Hille unter der ISBN: 978-3-939025-38-2.

Wir haben auch noch weitere Angebote, die sich im Rahmen einer Beschäftigung mit dem Thema Holocaust einsetzen lassen. Es handelt sich dabei um eine szenische Lesung zu "Adressat unbekannt" von Kressmann Taylor und um ein sehr anrührendes Programm mit "Jüdischer Lyrik aus der Bukowina". Sie finden sich beide auf unserer Homepage. Sprechen Sie uns bitte rechtzeitig darauf an, falls Interesse besteht.

 

 

Zeugnis der Menschenliebe

„Ich habe in den zahlreichen Begegnungen mit Frau Kretz eine angenehme, kluge, einfühlsame und politisch interessierte Persönlichkeit kennen lernen dürfen. Ihr ist es in bewundernswerter Weise gelungen, die erschütternden Erlebnisse im Ghetto, den Verlust ihrer Eltern, die Hilflosigkeit als einsames Mädchen mitten im Krieg und vieles andere mehr zu verarbeiten und umzugestalten in ein Zeugnis der Menschenliebe. Henriette Kretz erhebt keine Vorwürfe. Sie fragt nach dem Warum dessen, was sie erleben musste. Sie stellt Fragen an die Prinzipien unseres Zusammenlebens und tut dies in einer charmanten Art und Weise.“

(Frank Richter)

Henriette Kretz bei der Buchvorstellung am 10.11.2013