Nachrichten aus der Zukunft

Torsten Kleditzsch (Chefredakteur der Freien Presse) hat sich überlegt, welche Nachrichten im Jahr 2030 aus Sachsen kommen. Ein Beitrag zur Tagung "Sachsen 2030 - Quo vadis? Wir machen uns Sorgen" am 25. Januar 2013 in Dresden.

Sächsisches Autobahndreieck fertiggestellt

Borna. Mit nur 24-jähriger Verspätung ist heute das Autobahndreieck zwischen den drei sächsischen Großstädten geschlossen worden. Das letzte Teilstück zwischen Espenhain und der A 38 wurde für den Verkehr freigegeben. Ursprünglich sollte die A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig bereit 2006 zur Fußball-WM fertig sein. Entgegen den ursprünglichen Planungen konnte man mittlerweile auf mehrere Anschlussstellen verzichten, weil der Bedarf entfallen ist. Nördlich der Anschlussstelle Rochlitz war am frühen Morgen ein Wolf überfahren worden.  

Sachsen schrumpft weiter

Kamenz. Sachsen hat weiter an Einwohnern verloren, das meldet das Statistische Landesamt. Während die Großstädte ihre Einwohnerzahl halten konnten, verlieren die ländlichen Gebiete dramatisch. Der Erzgebirgskreis z.B. hat gegenüber 2011 40 % seiner Einwohner verloren. 38 % der Einwohner des Erzgebirgskreis sind älter als 65 Jahre.

Streit um Infrastrukturkosten

Dresden. Auf einer Tagung des sächsischen Städte- und Gemeindetages ist es gestern zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen den Landkreisen und den kreisfreien Städten gekommen. Hintergrund sind die Kosten für kulturelle, sportliche und medizinische Einrichtungen, die sich zunehmend in den Städten konzentrieren. Auf der anderen Seite tragen die ländlichen Gebiete hohen Kosten für die Erhaltung von Infrastruktur, die nicht mehr benötigt wird. Es gibt eine Debatte demnächst im Landtag, wie diese Kosten ausgeglichen werden sollen.

Landpartei weiter im Aufwind

Leipzig. Nach der jüngsten Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung kommt die CDU in Sachsen nur noch auf 30 % der Stimmen, bleibt damit aber stärkste Partei. Verloren hat die CDU vor allem an die Deutsche Landpartei. Die Deutsche Landpartei hatte sich 2020 aus abtrünnigen CDU-Mitgliedern und einigen Grünen gebildet, die ihren Parteien eine zu starke Konzentration auf die städtischen Gebiete vorwarfen. Dazu kamen einige wertkonservative bislang ungebundene Mitglieder. Weiter zulegen konnte auch die freiheitliche Netzpartei und die Partei der Bürger, die sich für eine weitere Ausweitung der direkten Demokratie einsetzt. 

Weniger Zeitungsleser

Mittweida. Die Hochschule Mittweida hat heute ihre sächsische Medienstudie vorgelegt. Demnach verlieren die großen Medienhäuser weiter an Abo-Kunden, konnten den Rückgang aber verringern. Bereist vor 18 Jahren waren die ersten Zeitungen im Freistaat dazu übergegangen, in abgelegenen Gebieten die Zustellung der gedruckten Zeitungen nur noch am Wochenende zu gewähren und dazwischen mit den digitalen Produkten ihre Kunden zu beliefern. Die neue Technik, mit dem dies möglich ist, ist das preiswerte Tablett und die neuen Hologramme.

Pflegedienste beklagen Personalnot

Zwickau. In der Pflegebranche herrscht Personalnot. Nach Auskunft der Pflegedienstleister gelingt es den Anbietern nicht mehr, ausreichend Personal zu gewinnen. Die Werbeaktionen in den osteuropäischen Nachbarländern sind weitgehend erfolglos geblieben. Als Grund gilt, dass die Lebensbedingungen dort sich weitgehend an die in Sachsen angeglichen haben. 

Insolvenz wegen Fachkräftemangel

Chemnitz. Die sächsische Industrie ist erneut im Umbruch. Nach Informationen der Industrie- und Handelskammer Süd-West-Sachsen mussten im vergangenen Jahr vor allem solche Betriebe Insolvenz anmelden, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr gerecht werden konnten. Es handelt sich, so die Aussagen, vor allen Dingen um Firmen, die bislang allein über dem Preis am Markt agierten.

Offline-Kurse hoch im Kurs

Plauen. Die Volkshochschulen im Freistaat bieten verstärkt offline-Kurse an. Heinz Liestnochgern von der Volkshochschule in Plauen sagte, es gehe darum, die Fähigkeit der Konzentration und des Nichtstuns wieder zu erlangen. 

Robert-Schumann-Philharmonie gefeiert

Döbeln. Die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz ist gestern am Theater Döbeln mit ihrem neuen Konzertprogramm gefeiert worden. Die Philharmonie war im Jahr 2025 in einem Orchester für die Landkreise Mittelsachsen, Vogtland, Erzgebirge, Zwickau sowie der Stadt Chemnitz ausgebaut bzw. zusammengelegt worden und wird von diesen getragen. Sie bespielt seitdem die Häuser in Chemnitz, Döbeln, Freiberg, Annaberg, Zwickau und Plauen.