Expertengespräch und Diskussion

Referenten:

  • Dr. Christoph Meißelbach, Politikwissenschaftler
  • Dr. Jörg Heidig, Kommunikationspsychologe

„Mehr direkte Demokratie wagen!“ Seit vielen Jahren fordern unterschiedliche gesellschaftliche Akteure öffentlich mehr Partizipation. Bürgerbegehren, Referenden, Bürgerhaushalte, Planungszellen – die Instrumentenpalette ist groß. Seit einigen Jahren gibt es auch das Modell „Bürgerräte“, das Bürgerinnen und Bürger per Losentscheid an einem Beteiligungsprozess teilnehmen lässt. Sie sollen ihre Meinung und Einschätzung zu einem bestimmten Thema, etwa den Umgang mit Corona, der Politik näher bringen. Diese Idee wird bereits an vielen Orten erprobt, seit kurzer Zeit auch in Sachsen.

Wie funktioniert nun dieses oder andere Modelle? Welche Instrumente direkter Demokratie haben sich bewährt, welche nicht? Wie stehen sie im Verhältnis zur repräsentativen Demokratie? Wo können sie eine hilfreiche Ergänzung sein, wann schaden sie möglicherweise eher? Kritiker der direkten Demokratie sehen Gefahren der Manipulation durch populistische Bewegung oder der Vereinfachung komplexer Sachverhalte bei direktdemokratischen Ja-Nein-Entscheidungen. Befürworter behaupten, die Demokratie durch Beteiligung lebendiger zu machen und die Regierungen stärker als bisher herausfordern, auf die Wünsche und Einschätzungen der Bevölkerung einzugehen.

Welche Chancen und Grenzen also neue Angebote der direkten Demokratie haben - diskutieren „kontrovers vor Ort“ mit Ihnen der Politikwissenschaftler Dr. Christoph Meißelbach und der Kommunikationspsychologen Dr. Jörg Heidig. Die beiden namhaften sächsischen Politik-Experten gehen auch auf neue Meinungsumfragen ein, die sich dem Thema direkte Demokratie widmen.