In verschiedenen Büchern und einem gemeinsamen Podcast befassen sich der Journalist Cornelius Pollmer und der Autor Lukas Rietzschel immer wieder mit dem Leben abseits der Metropolen – und jenseits der großen Schlagzeilen. Dabei erkunden sie vor allem den Osten der Republik. Sie nehmen, etwas satirisch, die neue Landlust der Großstädter in den Blick, hinterfragen Strategien gegen vermeintlich hohe Kriminalitätsraten in der deutsch-polnischen Grenzregion oder treffen die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange zum Gespräch.

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz, lebt und arbeitet in Görlitz. 2018 erschien sein Debüt-Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“, der ein Bestseller wurde. Er erzählt die Geschichte der Bewohner des Dorfes Neschwitz im Braunkohle-Revier der sächsischen Oberlausitz. Auch sein zweiter Roman „Raumfahrer“ spielt dort. Der 1984 in Dresden geborene Cornelius Pollmer berichtet für die Süddeutsche Zeitung aus Dresden, Leipzig – und der ostdeutschen Provinz. Auf den Spuren Theodor Fontanes begab er sich für den Band „Heut ist irgendwie ein komischer Tag“ auf Wanderungen durch die Mark Brandenburg. „Es geht darum, nicht die Vergangenheit oder irgendwelche Klischees das Bild der Heimat bestimmen zu lassen. Es geht darum, sich stattdessen ein eigenes Bild zu machen“, so Pollmer über sein Buch.

Das könnte auch das Motto dieser Veranstaltung sein: Im ersten Teil des Abends kommen die beiden Autoren mit Menschen vor Ort ins Gespräch, im zweiten Teil wird gelesen und mit dem Publikum diskutiert: über ostdeutsche und sächsische Verhältnisse – wie sie sich tatsächlich darstellen oder möglicherweise nur wahrgenommen werden.