Die Frankfurter Allgemeine Zeitung betitelte den Film „Familie Brasch“ mit „Die Buddenbrooks des Ostens“. Für ihren neuesten Dokumentarfilm hatte sich Regisseurin Annekatrin Hendel („Vaterlandsverräter“, „Anderson“) vorgenommen, den Aufstieg und Niedergang einer Intellektuellen- und Funktionärsfamilie in der DDR nachzuzeichnen. In der von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit den sächsischen Volkshochschulen organisierten Filmvorführung wird die Filmemacherin Annekatrin Hendel über die Arbeiten an „Familie Brasch“ sprechen. Das Publikum ist eingeladen, mit ihr ins Gespräch zu kommen, über den filmischen Prozess und ihre Protagonistinnen und Protagonisten zu diskutieren.

Am Clan der Braschs bildet Hendel die Spannungen der Zeitgeschichte ab, ausgetragen zwischen dessen einzelnen Mitgliedern. Sie beginnt mit Horst Brasch, SED-Parteifunktionär, Volkskammerabgeordneter und 1963 stellvertretender Minister für Kultur. Sein Sohn Thomas wird DDR-Literaturstar und rebelliert trotzdem gegen das System. Auch die drei anderen Geschwister Klaus, Peter und Marion arbeiten im Kulturbereich und streben nach Veränderung. 1989 stirbt der Vater, zugleich wird auch der sozialistische Traum zu Grabe getragen. Im Film äußern sich neben Marion und Lena Brasch, den einzig noch lebenden Familienmitgliedern, unter anderem auch die Schauspielerin Katharina Thalbach, der Dichter Christoph Hein und die Liedermacherin Bettina Wegner. Die Moderation des Abends übernimmt Dr. Grit Lemke, langjährige Leiterin des Dokumentarfilmprogramms bei DOK Leipzig. Der Eintritt ist frei.