Nach den Präsidentschaftswahlen im August 2020 protestierten Hunderttausende Menschen in Belarus gegen Alexander Lukaschenko und sein antidemokratisches System: dem autoritären Präsidenten wurden Wahlfälschungen nachgewiesen. Die friedlichen Demonstrationen ließ er brutal niedergeschlagen – mit Gummigeschossen, Tränengas und Wasserwerfern. Allein in den ersten drei Tages des Protests wurden beinahe 7.000 Menschen festgenommen. Zahlreiche Inhaftierte wurden schikaniert und gefoltert. Dennoch riss der demokratische Widerstand in Belarus über Monate nicht ab.

Unter den Protestierenden waren auch drei Schauspieler:innen des Belarus Free Theatre aus Minsk. Einige Mitglieder ihrer Theatergruppe wurden verhaftet. Der Film „Courage“ dokumentiert den Widerstand und die Hoffnung dieser drei Protagonist:innen und zeichnet die Ereignisse aus ihrer persönlichen Perspektive nach. Darüber hinaus gewährt die Dokumentation einen Einblick in das Leben der Menschen in Belarus, die sich entschieden haben, für Freiheit und Demokratie in ihrer Heimat zu kämpfen.

Der 1989 in Belarus geborene Regisseur Aliaksei Paluyan kam 2012 nach Deutschland, um an der Kunsthochschule Kassel Film und Fernsehen zu studieren. Der Dokumentarfilm „Courage“ ist sein Abschlussfilm und wurde 2021 im Rahmen der Berlinale gezeigt. Aliaksei Paluyan ist bei der Filmvorführung anwesend und berichtet im anschließenden Gespräch über die Entstehung seines Films und die aktuellen Entwicklungen in Belarus.