Literaturreihe "Sprachen machen Leute" 2021

Marjana Gaponenko liest aus "Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman"

Datum: 04.05.2021, 19:00–21:00 Uhr

Ort: Dresden, Erich Kästner Haus für Literatur: Antonstraße 1, 01097 Dresden, Deutschland

Marjana Gaponenko liest aus "Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman"

Am Vorabend der Lesung findet am 03.05.2021, 18.00 Uhr eine Schreibwerkstatt mit Marjana Gaponenko und Michael G. Fritz statt. Informationen über: kontakt@kaestnerhaus-literatur.de.

Die Moderation der Lesung mit Diskussion übernimmt der Schriftsteller Michael G. Fritz (Dresden und Berlin), seine bislang letzten Buchveröffentlichungen sind die Romane „Auffliegende Papageien“ und „Ein bißchen wie Gott“.

Marjana Gaponenko stammt aus Odessa (Jahrgang 1981), studiert Germanistik und schreibt seit 1996 auf Deutsch. Nach jeweils dreijährigen Aufenthalten in Krakau und Dublin lebt Marjana Gaponenko, die Mitglied des Autorenforums Der Goldene Fisch ist, in Wien und Mainz. 2000 debütiert sie mit dem Gedichtband „Wie tränenlose Ritter“. 2010 erschien der erste Roman „Annuschka Blume“. Ein großer Erfolg wurde der Roman „Wer ist Martha?“ (2012). Marjana Gaponenko ist mit einigen Preisen geehrt worden, u.a. mit dem renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Literaturpreis Alpha.

„Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman“: Erzählt wird die Geschichte eines einäugigen Bibliothekars, der in einem Kloster auf ein rätselhaftes mittelalterliches Manuskript stößt, sich auf Spurensuche begibt und erst mit Hilfe eines autistischen Kellners der Lösung näher kommt. In dem Roman geht es um die Wirkung von Literatur – ein, zu Ende gedacht, zutiefst politisches Buch mit sorgsam kalkulierter Fabulierfreude, Sinnlichkeit und süffisantem Witz. Die Schriftstellerin entwirft tragikomische Antihelden, erzählt skurrile Geschichten zwischen Pathos und liebevollem Humor.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Literaturreihe „Sprachen machen Leute 2021“ statt. Eine Kooperationsveranstaltung des Erich Kästner - Haus für Literatur e.V. Dresden mit der SLpB.

Vorgestellt werden im Jahr 2021 drei Schriftsteller nichtdeutscher Muttersprache, die nach ihrer Einwanderung auf  Deutsch schreiben. Zur Konzeption gehört, dass am Tag vor der Lesung eine Schreibwerkstatt mit Nachwuchsautoren bestritten wird.  
Die Lesereihe zeigt nicht nur schlechthin, wie facettenreich die deutsche Literatur ist, sondern  beweist auch, auf welch großartige Weise die zugewanderten Schriftsteller die deutsche Literatur bereichern.

Sprache formuliert Gegenentwürfe und Utopien.  Ein bewahrender wie kreativer Umgang mit Sprache, wie ihn jede ernstzunehmende Gegenwartsliteratur leistet, dient dem Selbstverständnis eines Gemeinwesens und ermöglicht im Sinne einer Erinnerungskultur Anschlüsse an geschichtlich Tradiertes wie auch Formen notwendiger Kritik am Bestehenden. Über Sprache  tragen Literatur und Dichtung zum vielfachen Dialog eines Gemeinwesens bei und sind als Instanz und Fürsprecherinnen des Einzelnen unverzichtbare Stimmen im gesellschaftlichen Miteinander. Weniger Sprache im öffentlichen Diskurs heißt dann: weniger Welt - mithin weniger Umwelt, Gemeinschaft und Staat. Weniger Sprache heißt Entmündigung des Menschen und Beeinträchtigung einer Kultur öffentlicher Beteiligung, die für jedes demokratisch verfasste Gemeinwesen unabdingbar ist.

Die zugewanderten, nun auf Deutsch schreibenden Schriftsteller sind ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration und zeigen, wie wichtig die Rolle der Sprache dabei ist.
Durch deren Gebrauch und das Wissen um den Sprachraum der Herkunftsländer wird beim Besucher der Lesung nicht nur das Bewusstsein für Interkulturalität sondern auch für kulturelle Dynamiken durch eben jene Autoren geweckt.
Die Lesereihe trägt auf exemplarische Weise zur Integration bei.
Die deutsche Literatur erhält nicht unwesentliche Anregungen durch die zugewanderten Autoren und das mit einer beträchtlichen Dynamik, was sich nicht zuletzt auch in der zunehmenden Präsenz im Buchhandel und in den einschlägigen Medien spiegelt.

Eintritt Lesung: 6€, ermäßigt 4€.

Die Veranstaltung findet als Präsenz-Veranstaltung statt, sofern es die Regelungen zur Corona-Pandemie erlauben.

Aufgrund der geltenden Corona-Regelungen sind die Plätze begrenzt.

Anmeldungen richten Sie bitte an das Kästner Literaturhaus unter: kontakt@kaestnerhaus-literatur.de oder telefonisch unter 0351/8045087.

Das für den Veranstaltungsort geltende Hygienekonzept ist einzuhalten - es liegt vor Ort aus.

Anmeldung

Teilnahmegebühr

€ 7,00

Teilnahmegebühr ermäßigt

€ 5,00

Mögliche Zahlungsarten
  • Barzahlung vor Ort

Anmeldung

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur erforderlich, falls im Veranstaltungstext ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Informationen

Veranstaltungsart

Lesung mit Diskussion

Themengebiet
  • Geschichte - Allgemein
  • Politische Kultur
Zielgruppe
  • Interessierte
Veranstalter
SLpB - Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Kooperationspartner

Erich Kästner Haus für Literatur e.V., Dresden

inhaltl. Ansprechpartnerin
Claudia Anke, SLpB

0351 85318-13, claudia.anke@slpb.smk.sachsen.de

Veranstaltungsnummer

D1-23 a

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