Das Sein bestimmt das Bewusstsein?!

Wie viel Demokratie bringt die Industrie?

Datum: 24.09.2020, 19:00–21:00 Uhr

Ort: Zwickau, Alter Gasometer: Kleine Biergasse 3, 08056 Zwickau, Deutschland

Zum Abschluss der Reihe "Und jetzt: Demokratiekultur?!" diskutieren wir mit prominenten Gästen über den Zusammenhang zwischen den politischen Einstellungen und der wirtschaftlichen Situation in einer Region wie Westsachsen. Wir fragen dabei: Wieviel Demokratie bringt eigentlich die Industrie? Und ist mit guten ökonomischen Entwicklungen tatsächlich schon ausreichende Voraussetzungen für demokratische Einstellungen und Mitwirkungen erreicht? Sind Marktwirtschaft und Demokratie noch immer quasi natürlich aneinander gebunden?

 

Auf dem Podium diskutieren:

  • Christian Gesellmann, Journalist, ehem. Zwickau
  • Prof. Dr. Philipp Manow, Politikwissenschaftler, Uni Bremen, Autor u.a. von Die Politische Ökonomie des Populismus (Berlin 2018)
  • Jörg Schönenborn, Journalist (u.a. ARD-Brennpunkt) und WDR Fernsehdirektor, Köln

Moderation: Alexandra Gerlach, Journalistin und Moderatorin

Dieser Abend ist Teil des Veranstaltungsprogramms im Rahmen der 4. Sächsischen Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" in Zwickau.

 

Hintergrundinformation zur Diskussionsreihe "Und jetzt: Demokratiekultur?!"
zusammen mit der Stiftung Deutsches Hygienemuseum und dem Alten Gasometer e.V.


Mit der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands waren große Hoffnungen verbunden: Freiheit, Demokratie, Wohlstand. Die Träume von blühenden Landschaften haben sich jedoch nicht so schnell erfüllt wie gehofft. Der Umbau der sozialistischen Planwirtschaft in eine kapitalistische Marktwirtschaft hat zu Verwerfungen geführt und auch der Kapitalismus selbst hat sich verändert.
Dieser Wandel ist vor allem mit einem Schlagwort verbunden: Globalisierung. Damit einhergehen nicht nur verschärfte Leistungsanforderungen und ein hoher Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch eine fatale demografische Entwicklung. Der Osten war vom starken Wegzug junger Menschen in den vergangenen 30 Jahren deutlicher stärker betroffen als andere Regionen Deutschlands. Die ehemalige DDR, der Osten, die neuen Bundesländer waren dem Wandel der Industriekultur stark ausgesetzt und mit ständigen Forderungen nach Anpassung und Leistungssteigerung konfrontiert. Die Treuhandanstalt ist dafür ein Symbol von vielen.
Diese wirtschaftlichen Entwicklungen haben gerade in Sachsen, dem industriellen Kern der DDR, die Rahmenbedingungen für Politik wesentlich beeinflusst. Die umfassenden Veränderungen wirkten erheblich auf die demokratische Kultur in Sachsen zurück. Enttäuschung über nicht eingelöste Versprechen und die Wut auf politischen Repräsentanten ließen in Sachsen eine „Gesellschaft des Zorns“ entstehen. Den Beginn machte eine zunehmende Politikverdrossenheit, die sich in Teilen nun antidemokratischen Positionen zuwendet und wandelt in manifesten Rechtsextremismus. Umfassende Umwälzungen im Zuge der Globalisierung führten letztendlich zu einem Aufstieg der Rechtspopulisten im Freistaat.
In dieser Veranstaltungsreihe fragen wir daher, wie sozioökonomische Prozesse des Struk- turwandels die Demokratie beeinflussen und wie in Sachsen mit seiner starken Geschichte der Industriekultur die Demokratiekultur gestärkt werden kann. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf den gesellschaftlichen Veränderungen und den damit verbundenen politischen Herausforderungen.

Anmeldung

Teilnahmegebühr

keine

Anmeldung

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur erforderlich, falls im Veranstaltungstext ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Informationen

Veranstaltungsart

Gespräch mit Diskussion

Themengebiet
  • Politische Kultur
  • Wirtschaft
Zielgruppe
  • Interessierte
Veranstalter
SLpB - Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Kooperationspartner

Deutsches Hygienemuseum, Alter Gasometer e.V.

inhaltl. Ansprechpartnerin
Katrin Fischer, SLpB
Veranstaltungsnummer

22 03 c

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