(Wie) Redest Du mit mir?

Wie unsere Kommunikation verkommt und wir alle die Folgen (er)tragen müssen

Datum: 26.11.2019, 19:00–21:00 Uhr

Ort: Dresden, Volkshochschule Dresden: Annenstraße 10, Dresden, Deutschland

Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie leben von Kommunikation – vom freundlichem Austausch ebenso wie von ernsthaftem Streiten. Beides aber gelingt uns immer seltener: An die Stelle von Verständigung treten immer öfter Belehrung und moralische Selbstbestätigung, und politische Rivalitäten verkommen zu gegenseitiger Herabsetzung und Ausgrenzung. Was können wir dagegen tun – als Gesellschaft im Großen, aber auch als Bürger in unserem eigenen Umfeld? Darüber diskutieren der Psychologe Jörg Heidig und der Politikwissenschaftler Christoph Meißelbach mit den Teilnehmern dieser Veranstaltung. Kontrovers, sachlich, ohne Scheuklappen. Dabei soll es nicht nur um die üblichen Erklärung- und Lösungsansätze gehen: von den Fallstricken digitaler Kommunikation über fortschrei­tende Individualisierung bis hin zu den Funktionsproblemen des Politik- und Mediensystems.

Natürlich muss all das kritisch hinterfragt werden. Jörg Heidig hat in seinem– gemeinsam mit Benjamin Zips verfassten –Buch "Die Kultur der Hinterfragung“ aber eine interessante Frage aufgeworfen: Was wäre, wenn wir es mit dem Hinterfragen übertreiben? Wenn vor lauter Kritik und Hinterfragen unter die Räder gerät, was ein demokratisches Gemeinwesen ausmacht: das Vertrauen in respektvolle zwischenmenschliche Begegnungen und in die staatlichen Institutionen, die für solches „Fair Play“ im demokratischen Wettbewerb sorgen sollen. In einer solchen Situation droht der der Mut aufgeklärter Bürger zu schwinden, sich selbstbewusst und meinungsstark in die Gesellschaft einzubringen. Politische Kräfte, welche die Spielregeln unseres Gemeinwesens aushebeln wollen, können aus einer solchen Kultur der Hinterfragung hingegen Kapital schlagen. Grund genug also, sich wieder auf die Spielregeln konstruktiver Kommunikation zu besinnen – im Kleinen wie im Großen.

Jörg Heidig hat nach Abitur und Berufsausbildung in der Arbeit mit Flüchtlingen mehrere Jahre in Bosnien-Herzegowina gelebt und gearbeitet. Nach dem Studium der Kommunikationspsychologie arbeitete er u.a. als Projekt­leiter. Seit einigen Jahren ist er beratend für päda­go­gische Einrichtungen, soziale Organisationen und Behörden tätig. Er übernimmt Lehraufträge an der HS der sächsischen Polizei, der Dresden International University, der TU Dresden und der HS Zittau/Görlitz.

Dr. Christoph Meißelbach ist seit 2009 als Politik­wissens­chaftler an der Technischen Universität Dresden tätig. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören die psycholo­gischen Grundlagen politischen und sozialen Handelns sowie die Veränderungen der Demokratie unter den Bedingungen der Digitalisierung. Als Mitarbeiter von Prof. Patzelt hat er die politisch-kulturellen Entwick­lungen und öffentlichen Debatten der letzten Jahre aus nächster Nähe forscherisch und kritisch begleitet.

Anmeldung

Teilnahmegebühr

keine

Anmeldung

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nur erforderlich, falls im Veranstaltungstext ausdrücklich dazu aufgefordert wird.

Informationen

Veranstaltungsart

Vortrag mit Diskussion

Themengebiet
  • Kontrovers vor Ort
Zielgruppe
  • Interessierte
Veranstalter
SLpB, Direktion
Kooperationspartner

Volkshochschule Dresden

inhaltl. Ansprechpartner
Lutz Tittmann, SLpB

0351 85318-73, lutz.tittmann@slpb.smk.sachsen.de

Veranstaltungsnummer

D3-03/3

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