Die politische Jugendbildung ist Teil der allgemeinen außerschulischen Jugendbildung, die wiederum zur Jugendarbeit gehört. Jugendarbeit soll nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz des Bundes (KJHG) „an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen.“ (§11, Abs.3, Satz 1 KJHG)

Von anderen Erziehungs- und Bildungsbereichen wie beispielsweise dem Schulbereich unterscheidet sich die außerschulische politische Jugendbildung durch eine Reihe von Strukturmerkmalen: Die Teilnahme an Maßnahmen der politischen Jugendbildung ist für alle Jugendlichen grundsätzlich freiwillig. Jeder kann sich aus der Vielfalt der Angebote also das heraussuchen, was seinen Interessen am meisten entspricht oder aber sich dem Angebot gegenüber komplett verschließen. Die Aufgaben der Jugendarbeit werden fast überwiegend von Ehrenamtlichen wahrgenommen. Es gibt eine große Vielfalt an Organisationen und Trägern, wobei Aufgaben der Jugendarbeit sowohl von staatlichen und kommunalen Einrichtungen, die als öffentliche Träger bezeichnet werden, wie auch im weit überwiegenden Teil von freien Trägern wahrgenommen werden. Freie Träger sind beispielsweise Vereine, Verbände oder Jugendinitiativen. Öffentliche Träger im Bereich der Jugendarbeit sind Bund, Land und Kommunen; sie tragen die Verantwortung dafür, dass Jugendarbeit in ausreichendem Maße stattfindet und sind dazu verpflichtet, die Jugendarbeit der freien Träger zu unterstützen und zu fördern. Grundsätzlich gilt dabei jedoch das Prinzip der Subsidiarität, das heißt, dass die jeweils höhere politische Einheit (Bund oder Land) erst dann zuständig ist, wenn die jeweilige Aufgabe auf der darunter liegenden Ebene (Kommune oder freier Träger) nicht (alleine) erfüllt werden kann. Das Nebeneinander von öffentlichen und freien Trägern ist ein wesentliches Strukturmerkmal der Jugendhilfe in der Bundesrepublik.

Die Infrastruktur im Bereich der Jugendbildung in Sachsen gliedert sich folgendermaßen: Grundsätzlich unterscheidet man zwischen überörtlichen und örtlichen Trägern, sowie zwischen öffentlicher und freier Jugendhilfe. Der überörtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist nach dem Landesjugendhilfegesetz der Freistaat Sachsen. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie (SMS) wurde als oberste Landesjungendbehörde bestimmt. Der Freistaat hat als überörtlicher Träger zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe ein Landesjugendamt errichtet, das dem Amt für Familie und Soziales angegliedert ist. Es besteht aus der Verwaltung des Landesjugendamtes und dem Landesjugendhilfeausschuss, der sich mit den grundlegenden Angelegenheiten der Kinder- und Jugendhilfe befasst. Das Landesjugendamt ist Partner der Jugendämter und freien Träger in Sachsen und unterstützt die öffentliche und freie Jugendhilfe durch Beratung, Förderung und Fortbildung. Dem Sächsischen Landesamt für Familie und Soziales als oberer Landesbehörde mit Sitz in Chemnitz sind die Ämter für Familie und Soziales in Dresden, Leipzig und Chemnitz nachgeordnet. Örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind in Sachsen die Kreise und kreisfreien Städte. Sie haben entsprechend den gesetzlichen Vorgaben Jugendämter errichtet.