Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2017 bei 29.960€ und ist damit nach wie vor steigend – seit dem Jahr 2000 ist die sächsische Wirtschaft um 31% gewachsen. Dies ist eine der höchsten BIP-Wachstumsraten aller Bundesländer. Trotzdem stehen den Sachsen damit lediglich 75,6% des Bundesdurchschnitts zur Verfügung. Zum Vergleich: Bayern liegt mit 46.698€ (117,8%) auf Platz eins.

Die Arbeitslosenquote von 5,3% (Stand: Juni 2019) liegt Sachsen zwar noch über dem Bundesdurchschnitt (4,9%), hat im Vergleich zu den anderen Ost-Bundesländern jedoch den niedrigsten Wert.

Das Außenhandelsvolumen hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht und lag 2018 bei knapp 40,5 Mrd. Euro. Wichtigster Handelspartner im Export waren China (6,7 Mrd.) und die USA (3,6 Mrd.) – mit 58% am Gesamtanteil ist jedoch Europa der wichtigste Kontinent für Exporte. Importiert wurden vor allem Waren aus der Tschechischen Republik (4,5 Mrd.). Die Produkte der Automobilindustrie sind mit 35,8% die wichtigsten Exportgüter Sachsens, Hauptabnehmer waren die USA und China. Gemeinsam mit den weiteren drei Bereichen Maschinenbau, der Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie der Herstellung und Bearbeitung von Metall(erzeugnissen) werden insgesamt ¾ des sächsischen Auslandsumsatzes in der Industrie erwirtschaftet.

Die Investitionsquote (Anteil der Investitionen an allen Ausgaben von Land und Kommunen) von 14,8% (2017) ist die höchste im gesamten Bundesgebiet – mit den Veränderungen im Solidarpakt werden sich diese Zahlen aber vermutlich noch ändern.

In Sachsen muss die Privatwirtschaft (Industrie- und Dienstleistungssektor) 2018 durchschnittlich 26,61€ pro geleisteter Arbeitsstunde aufwenden – dazu zählen neben dem Bruttolohn auch die Arbeitgeberanteile für Sozialbeiträge, Kosten für Aus- und Weiterbildung und Steuern. Zum Vergleich: Die Lohnkosten in Gesamtdeutschland lagen 2018 bei durchschnittlich 35€ pro Stunde. Sachsen ist damit zwar Spitzenreiter im Ostdeutschen Bundesländervergleich – liegt aber trotzdem auf dem 12. Platz in Gesamtdeutschland. Damit sind die vergleichsweise niedrigen Lohnkosten aus Sicht der Wirtschaft vorteilhaft und begünstigen Ansiedlungen von Unternehmen in Sachsen.

Erschwert wird dieser Umstand jedoch durch den Demographischen Wandel: Die Zahl der Erwerbsfähigen wird stärker zurückgehen als die Zahl der sächsischen Gesamtbevölkerung, u.a. wegen fehlender Geburten und steigendem Lebensalter. Das bedeutet, dem Arbeitsmarkt stehen einerseits weniger Erwerbsfähige zur Verfügung und andererseits steigt das Durchschnittsalter der Beschäftigten.

Die Nachfrage nach (hoch-)qualifizierten Fachkräften ist bereits jetzt direkt spürbar – zukünftig könnte sich die Lage vor allem in den ländlichen Gebieten jedoch noch einmal verschärfen. In diesem Zusammenhang sind die Unternehmen gefragt, betriebliche Personalpolitik mittel- und langfristig nachhaltiger zu gestalten.

Nach dem Fall der Mauer suchten viele, vor allem junge Menschen, eine (neue) Chance in die westlichen Bundesländer oder im Ausland, 2013 war der Wanderungssaldo erstmals wieder ausgeglichen. Mittlerweile kommen vor allem junge Menschen nach Sachen, die Hochschulen sind sehr beliebt: vor allem im Bereich Technik und Naturwissenschaften ist Sachsen führend. Vom Zuzug profitieren jedoch mehrheitlich die großen Städte Leipzig und Dresden, die Landkreise verlieren hingegen in der Summe.

Fast jeder neunte Absolvent in Sachsen ist inzwischen Ausländer, der Ausländeranteil ist jedoch mit 4,4% sehr gering (BRD: 13%). Ohne Zuwanderung, zum Beispiel im Bereich Medizin, wäre der steigende Bedarf an Fachkräften nicht aufrecht zu erhalten. Obwohl auch in kleinen und mittelständigen Unternehmen die Bereitschaft wächst, ausländische Arbeitskräfte einzustellen, müssen sich die zugezogenen Fachkräfte dauerhaft in Sachsen willkommen fühlen – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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