Die sächsische Verfassung schreibt in Artikel 20 die Meinungsfreiheit als eines der Grundrechte fest: „Jede Person hat das Recht, ihre Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Was hier festgeschrieben ist, mag für viele aus heutiger Sicht eine Selbstverständlichkeit sein, vor 1989 war jedoch in Sachsen wie in der gesamten DDR keine freie Berichterstattung möglich und die Zensur allgegenwärtig. Sämtliche Massenmedien unterstanden dem Zentralkomitee der SED und dessen Abteilung Propaganda. Daher gehörte die Schaffung einer unabhängigen Presselandschaft auch zu den zentralen Forderungen der Demonstranten im Herbst 1989.

Medien als Wirtschaftsfaktor

Heute ist der Mediensektor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Sachsen. Alleine die Leipziger Medienbranche umfasste im Jahr 2007 2.100 Unternehmen mit 33.700 Mitarbeitern. Jährlich findet einer der wichtigsten Medienkongresse der „Medientreffpunkt Mitteldeutschland“ in Leipzig statt. Auch die viertgrößte regionale Filmförderung Deutschlands, die Mitteldeutsche Medienförderung“ (MDM), hat ihren Sitz in der Messestadt. Mehr als 350 Professoren forschen und unterrichten an 13 sächsischen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien in Fächern mit engem Bezug zur Informations-, Kommunikations- und Medienwirtschaft.

Presse

In der DDR wurden Lizenzen für Zeitungen nur an die SED und die Massenorganisationen vergeben. Insgesamt erschienen in der DDR 38 Tageszeitungen, außer dem von der SED herausgegebenen „Neuen Deutschland“ gab es überregionale Tageszeitungen der Blockparteien und Massenorganisationen sowie regionale Tageszeitungen in den 15 Bezirken. Diese SED-Bezirkszeitungen im Bereich der ostdeutschen Tagespresse dominierend und wurden nach der Wende an große westdeutsche Medienkonzerne verkauft. Verschiedene Versuche, kleinere Zeitungen zu etablieren scheiterten jedoch sehr schnell: Von den zwischen Herbst 1989 und Frühjahr 1990 entstandenen 30 alternativen Zeitungen existierten im Oktober 1991 nur noch drei. Die sächsische Zeitungslandschaft ist bis heute durch diese ehemaligen Bezirkszeitungen geprägt. In Dresden und Umgebung erscheint die Sächsische Zeitung (Auflage: 279.006 [1] [https://infoseiten.slpb.de/politik/sachsen/sachsen-allgemein/medien/#_ftn1]), die in Leipzig erscheinende Leipziger Volkszeitung (Auflage: 243.313) bedient mit ihrem überregionalen Teil auch die Dresdner Neuesten Nachrichten (Auflage: 30.393), die Torgauer Zeitung und die Muldentalzeitung. Die in Chemnitz und Umgebung erscheinende Freie Presse ist die mit 308.747 Exemplaren die auflagenstärkste deutsche Regionalzeitung. Die Morgenpost (Auflage: 133.149), die ihren Mantel vom Berliner Kurier bezieht, ist die einzige Erweiterung auf dem sächsischen Zeitungsmarkt seit 1989. Diese eher eintönige Zeitungslandschaft, trifft in Ostdeutschland auf eine Leserschaft, bei der der Anteil der regelmäßigen Tageszeitungsleser deutlich geringer ist als im Westen. Hinzu kommt eine wachsende Konkurrenz durch das Internet, das vor allem beim jüngeren Publikum die Zeitungslektüre immer häufiger ersetzt. Alle diese Entwicklungen lassen eine vielfältigere sächsische Zeitungslandschaft in weite Ferne rücken.

Rundfunk und Fernsehen

Die sächsische Verfassung schreibt Bestand und Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Artikel 20, Absatz 2 ausdrücklich fest, was jedoch sächsische Politiker in der Vergangenheit nicht davon abgehalten hat, immer wieder die Gebührenfinanzierung der Sender in Frage zu stellen bis hin zu der Forderung, das Erste Programm ganz ein zu stellen. 1991 wurde der Mitteldeutsche Rundfunk MDR als Dreiländeranstalt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegründet. Das vom MDR neben fünf Hörfunkprogrammen produzierte Fernsehangebot ist seit 1998 das erfolgreichste dritte Programm in der ARD mit einem Marktanteil von 8,9 Prozent im eigenen Sendegebiet. Für das Erste lieferte der MDR im Jahr 2007 11,05 Prozent des Programms zu. Sowohl was die Inhalte als auch die politische Ausrichtung des Programms angeht, steht der MDR vor allem beim jüngeren Publikum immer wieder in der Kritik.

Als Alternative steht den Zuschauern und Zuhörern ein vielfältiges Angebot an kommerziellen und nichtkommerziellen privaten Hörfunk- und Fernsehangeboten zur Verfügung. 22 lokale und regionale Hörfunkveranstalter und 60 Fernsehveranstalter sorgen in Sachsen für ein buntes Angebot. Mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) in Leipzig verfügt Sachsen auch über eine von 14 Landesmedienanstalten in der Bundesrepublik. Die SLM ist zuständig für die Zulassung von privaten Rundfunkveranstaltern.

Immer wichtiger für den Medienkonsum wird auch in Sachsen der Computer. Fast alle Rundfunk- und Fernsehsender sowie die gängigen Zeitungen sind mit eigenen Angeboten im Internet präsent. 2008 verfügten immerhin 70,4 Prozent aller sächsischen Haushalte über einen PC, 55,9 Prozent davon haben einen Internetzugang.

[1] Quelle: IVW, alle Auflagenzahlen stammen aus dem März 2009.