Die Dialogplattform „Lasst uns streiten!“ ist unser Ort für den politischen Meinungsaustausch. Hier wollen wir Ihnen Gelegenheit geben, sich zu aktuellen politischen Streitthemen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Bis vor wenigen Jahren sagte man den Sachsen noch nach, dass sie ein harmoniebewusstes Völkchen seien, welches Streit und offener Auseinandersetzung eher scheuen würde. Diese Zeiten haben sich gehörig geändert, spätestens seit dem Herbst 2014, als die ersten „Spaziergänger“ am Montagabend durch die Stadt Dresden gezogen sind. Was folgte, war eine beispiellose Welle der Politisierung, es wurde und wird demonstriert für und gegen Zuwanderung; Diskussionsveranstaltungen zu Themen wie Asyl und Migration erreichten nie dagewesene Teilnehmerzahlen, in den sozialen Medien entspinnen sich seitenlange Diskussionen, in denen aus Leibeskräften polemisiert und geschimpft wird. Ganz allgemein können wir feststellen: Das Interesse für Politik und die Bereitschaft der Menschen, sich zu politischen Themen zu äußern, haben zugenommen. Und das ist auch gut so!

Diskussion und Streit müssen sein, sie sind ein Kernelement der Demokratie. Schon Montesquieu sagte: "Vernimmt man in einem Staat keinen Lärm von Streitigkeiten, so kann man sicher sein, dass in ihm keine Freiheit herrscht." Die Demokratie ermöglicht und braucht den geordneten Wettstreit der Argumente.

Gerade in der gegenwärtigen schwierigen Situation, in der uns die politische Polarisierung der Gesellschaft vor völlig neuen Herausforderungen stellen, brauchen wir den Streit und die Diskussion um mögliche Lösungen für die vielfältigen anstehenden Probleme dringender denn je. Was jedoch fehlt, sind geschützte Diskussionsräume, in denen diese Auseinandersetzungen ohne Angst vor Unsachlichkeit und Anfeindung auch tatsächlich geführt werden können. Viele Menschen beteiligen sich deshalb überhaupt nicht mehr an Diskussionen, beispielsweise bei Facebook oder trauen sich auch nicht mehr in Veranstaltungen, offen ihre Meinung zu sagen.