Nach den gefälschten Kommunalwahlen vom Mai 1989 nahm die Erbitterung der Bevölkerung gegen die SED-Herrschaft zu. Die blutige Niederschlagung des Pekinger Studentenaufstandes auf dem Platz des Himmlischen Friedens durch die chinesischen Kommunisten hatte Honecker-Nachfolger Krenz im Juni 1989 ausdrücklich begrüßt und damit ein gewalttätiges Vorgehen gegen die DDR-Opposition angedroht. Die Zahl ausreisewilliger DDR-Bürger stieg täglich. Fluchtwillige besetzten die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau, um ihre Ausreise zu erzwingen. Ungarn öffnete seine Westgrenze. Täglich flüchteten mehr als 10.000 Menschen aus der DDR über Ungarn in den Westen, weil sie das SED-Regime ablehnten und nicht für reformfähig hielten.

Die DDR-Bürgerrechtsbewegung stellte der SED die Machtfrage, gründete demokratische Vereinigungen (Neues Forum/NF) sowie Parteien (Sozialdemokratische Partei in der DDR [SDP], Demokratischer Aufbruch [DA] u.a.) und forderte freie Wahlen.

Voraussetzung für eine demokratische Entwicklung sollten mit der Unabhängigkeit der Justiz (Gewaltenteilung), der Auflösung des SED-Terrorinstruments, des Ministeriums für Staatssicherheit [MfS] und der Einhaltung der Menschenrechte geschaffen werden.

Mit machtvollen Demonstrationen und der Losung „Wir sind das Volk” erkämpfte sich die Bevölkerung Freiheit (Mauerfall am 9. November 1989) und Recht. Die Bürgerrechtsbewegung schuf mit dem Zentralen Runden Tisch in Berlin und den örtlichen Runden Tischen demokratische Kontrollen der SED-Übergangsregierungen bis zur ersten freien Volkskammerwahl am 18.3.1990. Damit wurde erstmalig in der deutschen Geschichte eine Diktatur mit einer Friedlichen Revolution (siehe dazu ausführlich die gesonderte Infoseite) beendet.

„Revolution ist, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen!”

Lenin