Die Organisation der Vereinten Nationen (VN oder UNO = United Nations Organization) wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco (USA) gegründet. Sie trat damit an die Stelle des Völkerbundes (1919-1946). Die DDR und die Bundesrepublik Deutschland traten der UNO am 18. September 1973 bei, während Österreich bereits seit 1955 Mitglied ist. Der UNO gehören heute insgesamt 191 Staaten an.

Die wichtigste Aufgabe der UNO liegt in der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Dies soll durch die Förderung von Verständigung zwischen den Völkern der Welt erreicht werden. Aus diesen zentralen Anliegen leiten sich weitere Aufgaben der Vereinten Nationen ab, insbesondere die wirtschaftliche und soziale Situation in den armen Staaten der Erde zu verbessern und über die weltweite Achtung der Menschenrechte zu wachen. Die Grundlage der Arbeit der UNO bildet die Charta der Vereinten Nationen (siehe Textdokument). Sie regelt die Rechte und Pflichten eines jeden Mitgliedstaates.

Die UNO besteht aus sechs Hauptorganen und zahlreichen Sonderorganisationen. Als „Parlament der Vereinten Nationen“ fungiert die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Sitz in New York. Hier sind alle Mitgliedsstaaten mit gleichberechtigtem Stimmrecht vertreten. In der Generalversammlung werden weltpolitische Fragen diskutiert und Beschlüsse gefasst, allerdings ohne Rechtsverbindlichkit für die Mitgliedsstaaten.

Eine weitaus größere Tragweite kommt den Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates zu, die sich in erster Linie auf konkrete Maßnahmen der internationalen Sicherheit beziehen. Im Unterschied zur Generalversammlung tagt der UN-Sicherheitsrat fast ununterbrochen und kann somit über die verschiedensten Krisenherde kurzfristig informiert werden. Er besteht zum einen aus den fünf ständigen Mitgliedern USA, Großbritannien, Russische Förderation, Frankreich und China. Zum anderen bestimmt die Generalversammlung für die Dauer von je zwei Jahren fünf nichtständige Mitglieder für den Sicherheitsrat. Deutschland strebt seit langem eine ständige Migliedschaft an und war bis zum 31.12.2004 als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat vertreten. Die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates sind für die Mitgliedsstaaten bindend. Hält sich ein Mitglied nicht an die Auflagen, so kann der Sicherheitsrat gegen diesen Staat politische und wirtschaftliche Sanktionen verhängen, den Internationalen Gerichtshof (z. B. bezüglich Kriegsverbrechen) anrufen und/oder Mitgliedsstaaten im Namen der UNO dazu bevollmächtigen, militärisch gegen diesen Staat vorzugehen. Letzteres Mittel soll jedoch nur dann Anwendung finden, wenn alle friedlichen Versuche zur Konfliktbeseitigung gescheitert sind. Die fünf ständigen Mitglieder besitzen ein Vetorecht bei allen Beschlussanträgen des Sicherheitsrates.

An der Spitze der Vereinten Nationen steht der Generalsekretär. Er wird auf Empfehlung des Sicherheitsrates von der Generalversammlung für die Dauer von fünf Jahren ernannt. Dabei ist vorgesehen, dass die verschiedenen regionalen Gruppen (Europa, Asien, Amerika, Afrika) bei der Besetzung des Amtes gleichberechtigt berücksichtigt werden. Derzeitiger Generalsekretär ist der Ghanae Kofi Annan. Die Hauptaufgabe des Generalsekretärs ist es, neben der Leitung der UNO den Sicherheitsrat auf mögliche Krisenherde hinzuweisen und vermittelnd zwischen den zerstrittenen Parteien tätig zu werden.

Vor dem Internationalen Gerichthof der UNO in Den Haag werden Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verhandelt. Die Generalversammlung wählt für die Zeit von neun Jahren 15 Richter in dieses Amt. Die Amtszeit des derzeitigen deutschen Vertreters endet am 31.12.2011. Der Wirtschafts- und Sozialrat der UNO ist mit Fragen der wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlichen und ökologischen Entwicklung in den Mitgliedsstaaten betraut. In diesem Gremium sind im Wechsel (Sitz eines Staates im Gremium für 3 Jahre) 54 Staaten vertreten.