Einwanderungsland Deutschland

1951 gab es in der Bundesrepublik Deutschland unter einhundert Einwohnern einen Ausländer. Mit dem ersten "Gastarbeiter"-Abkommen 1955 warb Deutschland aktiv um Zuwanderer. Heute ist die Bundesrepublik ein Einwanderungsland, die Flüchtlingsfrage allgegenwärtig.

Ausländische Mitbürger in Sachsen

links oben: Ausländeranteil in Sachsen 3,1% (2014), links unten: Personen mit Migrationshintergrund in Sachsen 4,4% (2013), rechts oben: Ausländer in Deutschland 10,1% (2014), rechts unten: Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland 20,5% (2013)
Quellen: Ausländerzentralregister, Statistisches Bundesamt

Ende 2014 lebten nach Zahlen des Ausländerzentralregisters 123.648 Ausländer im Freistaat Sachsen. Dies entspricht 3,1 Prozent der Gesamtbevölkerung von 4.045.543. Damit ist der Anteil ausländischer Mitbürger geringfügig höher als in den übrigen Neuen Ländern. In den Alten Ländern variiert der Anteil von 5,9 Prozent in Schleswig-Holstein bis 14,2 Prozent in Hessen. Für die Bundesrepublik beträgt die Quote 10,1 Prozent.
Die größte Gruppe der Ausländer im Freistaat Sachsen bilden die Polen mit 10.134 Menschen, gefolgt von Personen aus der Russischen Föderation mit 9.326 sowie der aus Vietnam stammenden Bürger mit 7.687.

Die Zahl der Ausländer in Sachsen - Unterschiede zwischen Großstädten und Landkreisen 

5,9 Prozent der Einwohner Leipzigs sind Ausländer. In keiner anderen kreisfreien Stadt oder Landkreis Sachsens leben mehr Ausländer. In Chemnitz und Dresden stammen 4,5 Prozent der Bevölkerung aus anderen Ländern. Zum Stichtag 31.12.2014 waren im Landkreis Bautzen 1,2 Prozent der Bevölkerung Ausländer. Dies ist der geringste Wert im Freistaat. Im Erzgebirgskreis und Landkreis Leipzig waren es mit 1,3 Prozent nur wenige mehr. Der Landkreis Görlitz weist mit 2,3 Prozent Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung den höchsten Wert aller Landkreise auf.

Leipzig, Stadt5,9%Sächsische Schweiz / Osterzgebirge 1,7%
Dresden, Stadt4,5%Landkreis Meißen1,6%
Chemnitz, Stadt4,5%Vogtlandkreis1,6%
Landkreis Görlitz2,3%Leipzig, Land1,3%
Nordsachsen1,9%Erzgebirgskreis1,3%
Landkreis Zwickau1,7%Landkreis Bautzen1,2%
Landkreis Mittelsachsen1,7%

Unter den Studierenden betrug die Ausländerquote zu Beginn des Wintersemesters 2014/15 13,7 Prozent (gesamt: 112.574). Seit 1993 wurde der Wissenschafts- und Bildungsstandort Sachsen für ausländische Studierende immer attraktiver. Die Quote stieg von vormals fünf Prozent im Jahr 1993 kontinuierlich an.

Ausländer auf dem sächsischen Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote der in Sachsen lebenden Ausländer ist seit jeher höher als jene der deutschen Bevölkerungsgruppe. Bei einer Gesamtarbeitslosenquote von 9,9 Prozent 2014 betrug die Arbeitslosenquote unter den ausländischen Mitbürgern 27,2 Prozent. Mit einem Anteil von knapp 13 Prozent aller in Sachsen aktiven Ärzte ist die Quote der Ausländer in dieser Branche besonders hoch. Ende 2014 arbeiteten 2.167 ausländische Ärzte in Sachsen.

Weiteres zum Einwanderungsland Deutschland finden Sie hier.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Ausländerzentralregister, Landesärztekammer Sachsen

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59,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Neue und andauernde Krisen und Konflikte lassen die Flüchtlingszahlen weltweit dramatisch ansteigen. 2014 waren laut UNHCR 59,5 Mio. Menschen auf der Flucht. Das sind 14 Mio. mehr als 2012 und 8 Mio. mehr als 2013. 51 Prozent der Flüchtlinge waren 2014 Kinder. Knapp Zweidrittel der Menschen befanden sich innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht (38,2 Mio.).

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien (3,88 Mio.), Afghanistan (2,59 Mio.) und Somalia (1,11 Mio.). Hauptaufnahmeländer sind die Türkei (1,59 Mio.), Pakistan (1,51 Mio.) sowie der Libanon (1,15 Mio.).

Lediglich 126.800 Flüchtlinge konnten 2014 in ihre Heimat zurückkehren. Dies ist der niedrigste Wert seit 1983.

Flüchtlingsbericht 2014 (in englischer Sprache)

Fakten zur Aufnahme von Schutzsuchenden in Deutschland und Sachsen

Im Jahr 2015 werden bis zu 800.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet. In den Sommermonaten hatte sich die Zahl der Schutzsuchenden sprunghaft erhöht. Mittlerweile rechnen Beobachter damit, dass auch diese Prognose korrigiert werden muss. 

Nach der Registrierung der ankommenden Menschen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, BAMF, das für die Asylprüfung verantwortlich ist, werden die Menschen nach dem Königsteiner Schlüssel den einzelnen Bundesländern zugewiesen.

Bis Ende September hat das BAMF 2015 bundesweit 303.443 Asylanträge erfasst. Im gesamten Vorjahr waren es noch 202.834.
Die Gesamtzahl der in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 registrierten Flüchtlinge betrug knapp 577.000 Personen.

Zum Stichtag 30. September waren überdies 300.531 Asylverfahren anhängig, noch in der Bearbeitung. Die Gesamtschutzquote der im Jahr 2015 abgeschlossenen Asylverfahren beträgt 39,1 Prozent.

Hier erfahren Sie mehr über den Ablauf des Asylverfahrens sowie die möglichen Schutzarten.  

Die Unterbringung der Flüchtlinge in Sachsen

Die Unterbringung der flüchtenden Menschen innerhalb Deutschlands ist formal geregelt. Der Freistaat Sachsen ist nach dem Königsteiner Schlüssel verpflichtet, rund 5,1 Prozent der nach Deutschland kommenden Menschen aufzunehmen.

Für 2015 rechnet man aktuell mit 40.000 Flüchtlingen, die mindestens für die Dauer des Asylverfahrens in Sachsen leben werden.

Innerhalb Sachsens werden die Schutz- und Asylsuchenden auf Grundlage der Bevölkerungszahl in den Landkreisen und kreisfreien Städten untergebracht.

Folgende Verteilungsquoten ergeben sich:

Chemnitz, Stadt6,00 %Erzgebirgskreis8,66 %
Mittelsachsen7,75 %Vogtlandkreis5,76 %
Zwickau8,06 %Görlitz6,46 %
Bautzen7,60 %Dresden, Stadt13,15 %
Meißen6,02 %Sächsische Schweiz
/ Osterzgebirge
6,08 %
Leipzig, Stadt13,24 %Leipzig6,36 %
Nordsachsen4,87 %

In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 wurden im Freistaat Sachsen mehr als 27.500 Personen (Vorjahr 6.000) aufgenommen. Hiervon haben bis Ende September 18.609 Personen einen Asylantrag gestellt. mehr

Die zehn Hauptherkunftsländer waren (einschließlich August 2015):

1. Syrien5.3006. Pakistan915
2. Albanien2.1137. Libyen652
3. Kosovo1.7188. Serbien550
4. Afghanistan1.6519. Eritrea469
5. Irak1.17310. Russische Föderation459

Quellen: Asylgeschäftsstatistik BAMF, Sächsische Staatskanzlei, Landesdirektion Sachsen, Zentrale Ausländerbehörde Sachsen

Wie wäre es mit einem "Marshallplan"?

Der ehemalige sächsische Ausländerbeauftragte
Martin Gillo regt einen neuen Marshallplan zur Flüchtlings-integration an. mehr

Wussten Sie, dass...

Menschen mit Migrations-hintergrund alle Personen sind, die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und
alle in Deutschland als Deutsche Geborene mit zumindest einem nach 1949 zugewan­derten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil.
Quelle: Jahresbericht 2014, Sächsischer Ausländerbeauftragter

Einwanderung als Ausweg aus der demografischen Falle?

Seit 1990 hat der Freistaat knapp 20 Prozent seiner Bevölkerung verloren: Sachsen - quo vadis? mehr

Die afrikanische Migration

Rupert Neudeck zur Situation und Perspektiven der Menschen in Afrika. mehr

Ein

Youtube Video: Rupert Neudeck. Rebell, Humanist und Helfer für Menschen in Notzu Neudeck ist auf unserem YouTube-Kanal abrufbar.

Kunst politisch betrachtet

Das Verlassen der Heimat geht wohl immer mit einem Gefühl des Fremdseins einher. Was macht ein Autor in einer solchen Situation? Er schreibt. Was macht ein Komponist? Er komponiert. Der Maler Ralf Kerbach – malt. mehr

Jahresbericht des Sächsischen Ausländerbeauftragten

"Migration und Integration sind mehr als regionale und zeitlich begrenzte Aufgaben." Der Jahresbericht des Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth.

Jahresbericht 2014

Asylrecht

Grundgesetz Art. 16a: "Politisch Verfolgte genießen Asyl."

Näheres regelt das Aufenthaltsgesetz.

Daten und Fakten

Aktuelles zu Asyl in Sachsen, Hrsg: Sächsischer Auslän-derbeauftragter,
Stand: 10/2015. Faltblatt

Das Schlimmste wäre, wenn Sie uns vergessen

Ein Reisebericht aus der syrisch-türkischen Grenz-region von Andreas Tietze, freier Mitarbeiter der Landeszentrale, aus dem Jahr 2014. mehr

Die Landeszentrale übernimmt im Rahmen des Angebots Moderationen von Einwohner-versammlungen zu Asyl. mehr