Asyl in Bautzen - Diskussionen und hartnäckige Nachfragen auf einem sehr angenehmen Niveau

Etwa 60 Einwohner diskutierten am Donnerstag, den 10. September 2015 auf Einladung des Landkreises Bautzen über die geplante Errichtung eines Asylbewerberheimes. Moderiert wurde die Diskussion durch die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Projekts Kommune im Dialog (KID).


Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Landratsamtes Bautzen am gestrigen Donnerstagabend in das Bautzener Steinhaus. Thema des Abends war der Weiterbetrieb der Asylunterkunft in der Dresdner Straße.

Die Asyleinrichtung wurde im ersten Quartal dieses Jahres als Notunterkunft eingerichtet und sollte laut ursprünglichen Planungen im September wieder geschlossen werden. Gleich zu Beginn der Veranstaltung machte der 1. Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Steffen Domschke klar: „Die Notunterkünfte im Landkreis sind alle noch belegt. Gerade in der jetzigen Situation gibt es keinerlei Aussicht, dass wir uns von diesen Notunterkünften trennen können.“

Der 1. Beigeordnete stellte sich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, Alexander Ahrens; dem Amtsleiter des Ausländeramtes Lars Eibisch und dem Vertreter der Polizeidirektion Görlitz Sven Forbriger der Vielzahl von Fragen. Moderiert wurde der Abend von Andreas Tietze, Moderator und Projektmitarbeiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Deutlich und mit konstruktivem Nachdruck wurden Fragen der Sicherheit, der Unterbringung, des Lärmschutzes und nach sozialen Kontaktmöglichkeiten erörtert. „Sprache ist das Tor zum Erlernen einer Kultur. Jede ehrenamtliche Initiative ist uns dort herzlich willkommen. Es ist gut, dass man das in Bautzen im großen Maßstab bereits vorbildlich lebt!“, lobte Lars Eibisch, Amtsleiter des Ausländeramtes das Engagement von Bautzener Bürgern.

"Diese statistischen Vergleiche hinken nicht nur, sondern können oft noch nicht mal laufen.“
Ein intensiver diskutiertes Thema des Abends waren statistische Erfassungen. Konkret wurde nach der genauen Anzahl abgeschlossener Asylverfahren im Landkreis Bautzen gefragt. Diese werden jedoch statistisch nicht ausgewertet. „Manche statistischen Vergleiche bringen uns nicht weiter. Was zählt ist die konkrete Situation vor Ort. Oft wird mit den Zahlen suggeriert, dass etwas grundsätzlich nicht in Ordnung sei. Diese statistischen Vergleiche hinken nicht nur, sondern können oft noch nicht mal laufen.“, so Oberbürgermeister Ahrens während der Veranstaltung.

Ein Protokoll der Veranstaltungen wird von den Mitarbeitern der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung erarbeitet und wird im Anschluss auf der Homepage der Stadt Bautzen allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt.

Nach etwas mehr als zwei Stunden konnte der Moderator Andreas Tietze die Informationsveranstaltung schließen. Konstruktive Diskussionen, hartnäckige Nachfragen aber ein ruhiges und allen voran angenehmes Miteinander kennzeichneten den Abend. Tietze zeigte sich beeindruckt und lobte den konstruktiven Ablauf: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich kann ruhigen Gewissens sagen: wir erlebten heute die mit Abstand angenehmste und konstruktivste Moderation der letzten zwei Jahre zum Thema Asyl in Sachsen!“

Links

Hier können Sie das Protokoll der Informationsveranstaltung nachlesen.

Die Moderation durch die Landeszentrale erfolgt im Rahmen des Projektes „Kommune im Dialog“: http://www.slpb.de/angebote/kd-kommune-im-dialog/

Fakten zum Thema Einwanderungsland Deutschland: www.slpb.de/wissen/dossiers/einwanderungsland-deutschland/